Bauhaus am Folkwang: Bühnenwelten

Mit rund 40 Werken zeigt Bühnenwelten, dass die Lust am Spiel sowie an der Inszenierung Arbeit und Leben am Bauhaus miteinander verband. Aufgrund der zeitlichen Gebundenheit und des flüchtigen Charakters von Aufführungen treten in der Ausstellung die Druckgrafik und die Fotografie als künstlerische Ausdrucksmittel in den Vordergrund.

Lothar Schreyer (1886–1966) wurde 1921 als erster Meister der Bühnenwerkstatt nach Weimar berufen. Anhand einer Werkgruppe von sieben druckgrafischen Arbeiten stellt die Ausstellung Schreyers expressionistische Bühnenkunstwerke vor. Zu den Exponaten gehören unter anderem der Spielgang zu Schreyers Stück Kreuzigung(1920) sowie die frühe Partitur zur Dichtung Erinnerung von August Stramm (1917–20), die anlässlich von Bühnenwelten für das Museum Folkwang erworben werden konnte.

Die zweite Werkgruppe ist der Maske gewidmet. Fotografische Arbeiten von Grete Stern (1904–1999), Gyula Pap (1899–1983) oder Josef Albers (1888–1976) veranschaulichen, dass die Maske in den Inszenierungen des Bauhauses nach der Übernahme der Bühnenwerkstatt durch Oskar Schlemmer (1888–1943) im Jahr 1923 ihre Bedeutung beibehielt. Anlässlich der Bühnenwelten wird der einzige in Essen erhaltene Entwurf für den sogenannten Folkwangzyklus (1928) von Oskar Schlemmer präsentiert. An ihm wird deutlich, wie das neue Schulgebäude in Dessau in den künstlerischen Arbeiten selbst zum Schauplatz wird. Neben einzelnen Fotografien von László Moholy-Nagy (1895–1946) thematisiert die Kabinettausstellung dies auch mit einer Auswahl von Werken Theodore Lux Feiningers (1910–2011).

Die Verbindung der künstlerischen Produktion in den Werkstätten zur Theater- und Festkultur fokussieren sechs Fotografien von Marianne Brandt (1893–1983). Sie zeigen Brandts vielseitige Auseinandersetzung mit dem Licht, sowohl im Medium Metall wie in der Fotografie. Mit dieser vierten Werkgruppe soll nicht zuletzt das Œuvre einer Künstlerin herausgestellt werden, der neben wenigen anderen Frauen am Bauhaus die Leitung einer Werkstatt übertragen wurde.

Ausstellung bis 08.09.2019, Folkwang Museum Essen
folkwang.essen.de

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