Alles Farbe – Jörn Stoya und die Sammlung des Museum Morsbroich



Jörn Stoya: „Jede Farbe erzählt eine eigene Geschichte, sie hat nicht nur einen Klang, sondern auch einen eigenen Geschmack und Geruch.“ Mit den bloßen Händen bringt der Düsseldorfer Künstler (*1957 in Lüneburg) die puren Pigmente auf seine Leinwände.

Im Rahmen einer besonderen Sammlungspräsentation treten Stoyas Arbeiten in einen Dialog mit Werken aus der Sammlung von Museum Morsbroich sowie aus hochkarätigen Privatsammlungen, mit denen das Museum dauerhaft zusammenarbeitet. Diese Kooperationen macht es möglich, wichtige Arbeiten von international bedeutenden Künstlern wie Jeff Koons, Sol LeWitt oder Joseph Marioni erstmals auch in einer Sammlungspräsentation sowie die Arbeiten von Josef Albers, Carl Andre, Arman, Joachim Bandau, Georg Baselitz, Alexander Calder, Bernard Frize, Katharina Fritsch, Rupprecht Geiger, Alexej von Jawlensky, Donald Judd, Yves Klein, Imi Knoebel, Jeff Koons, Norbert Kricke, Sol LeWitt, Joseph Marioni, Charlotte Posenenske, Fiona Rae, Robert Rauschenberg, David Reed, Oskar Schlemmer, Jörn Stoya, Andy Warhol, Lawrence Weiner u.a. zu zeigen.

In den historischen Räumen entspinnt sich ein Werke und Zeiten übergreifendes Gespräch über die Farbe als Grundlage der Kunst, ob als Ausdrucksträger, als strukturierendes oder raumgestaltendes Bildelement, als atmosphärisches Medium oder klingender Farbton.

Es mischen sich flirrende Farben in Stoyas Père Lachaise III (2018) drei jeweils in einer der Primärfarben Rot, Gelb und Blau gehaltene Gemälde von Joseph Marioni neu auf. Imi Knoebels monumental-schwarzes, mit Sägen und Klingen malträtiertes Schlachtenbild (um 1990) trifft auf Jörn Stoyas fragile, silbern glitzernde Bilder der Serie Killing Me Softly (2015/18). Stoyas in Tagesleuchtfarben strahlende, unregelmäßige Rechteck- und Trapezformen der Werkgruppe Mais Oui (2018) scheinen auf die neutral-weißen, strengen Geometrien Carl Andres und Sol LeWitts zu antworten. In einem anderen Kabinett streben Stoyas wie Segel vor weißem Bildgrund schwebende Farbfelder der Werkgruppe Maintenant (2018) zusammen mit Calders Mobile (1942) und Yves Kleins Gemälde Monochrome bleu (1959) gen Himmel.




26.05-01.09.2019, Museum Morsbroich Leverkusen, museum-morsbroich.de

Bilder:
Indoors II, 2018, Jörn Stoya,  Courtesy Jörn Stoya und Petra Rinck Galerie (Foto Achim Kukulies)
Warm Round, 1967, Josef Albers, Privatsammlung im Museum Morsbroich, VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Cinquante six deux 56.2, 1996, Bernard Frize, Museum Morsbroich, Leverkusen