FOR FOREST – Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur

Eine einzigartige Kunstaktion, die auf beispiellose Weise Kunst, Natur und Architektur zusammenbringt, verwandelt das Wörthersee-Fußballstadion in Klagenfurt in einen heimischen, mitteleuropäischen Wald mit 299 Bäumen, von denen einige bis zu sechs Tonnen wiegen und behutsam über das bestehende Spielfeld installiert wurden.

Inspiriert von einer dystopischen Bleistiftzeichnung des visionären, österreichischen Künstlers und Architekten Max Peintner (*1937), die Littmann vor knapp dreißig Jahren entdeckte, erweckt FOR FOREST die Vision eines Waldes in einem Stadion zum Leben. FOR FOREST setzt sich u.a. auch für die dringlichsten Probleme im Zusammenhang mit Klimawandel und Entwaldung ein und möchte unseren Bezug zur Natur hinterfragen. Mit dieser Installation möchte Littmann unsere Wahrnehmung herausfordern und den Blick auf die Zukunft der Mensch-Natur Beziehung schärfen. Das Projekt versteht sich auch als Mahnmal dafür, dass die Selbstverständlichkeit der Natur eines Tages nur noch in ihr speziell zugewiesenen Gefäßen zu bestaunen sein könnte, wie das bereits heute etwa mit Tieren im Zoo der Fall ist.

Der vom Landschaftsarchitekten Enzo Enea gestaltete Wald zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Artenvielfalt von Silberbirke, Erle, Espe, Silberweide, Hainbuche, Feldahorn und Stieleiche aus. Sobald verpflanzt, wird der Wald ein Eigenleben entwickeln, der Jahreszeit entsprechend seine Farben ändern und auch für wild lebende Tiere ein Anziehungspunkt sein.

Mit dem internationalen Kunstprojekt wird das 30.000 Zuschauer fassende Wörthersee- Stadion in Klagenfurt am Wörthersee zum Schauplatz der Kunst. Von der Zuschauertribüne aus, kann die sich ausbreitende Waldfläche zu unterschiedlichen Tageszeiten (10:00 bis 22:00) täglich bei freiem Eintritt betrachtet und die Veränderung derselben beobachtet werden. Dieses ebenso fiktional wirkende, wie faszinierende Bild, ermöglicht eine neue Perspektive auf den Wald an sich und soll somit bei den Besuchern ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Reaktionen auslösen.

Nach dem Ende der Kunstintervention am 27. Oktober 2019 wird der Wald an einem öffentlichen Ort in der Nähe des Wörthersee-Stadions im Maßstab 1:1 sorgfältig verpflanzt und bleibt als lebendige, sich weiter verändernde „Waldskulptur“ erhalten. Hierzu ist künftig ein Pavillon geplant, indem das Projekt dauerhaft dokumentiert wird und als open space für Schülern und Studenten genutzt werden kann.

forforest.net

(Fotos: Veranstalter)