Meisterwerke des Impressionismus in Hamburg

Im Herbst und Winter 2019/20 ist der französische Impressionismus in Form von Spitzenwerken des Ordrupgaard Museums in Hamburg zu Gast. Die Sammlung des seit 1953 staatlichen dänischen Museums geht auf die Schätze zurück, die der Versicherungsdirektor Wilhelm Hansen mit seiner Frau Henny ab Ende des 19. Jahrhunderts zusammentrug.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Gemälde sämtlicher führender Maler*innen des Impressionismus: Camille Pissarro, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Claude Monet, Berthe Morisot, Pierre-Auguste Renoir und Eva Gonzalès. Einen besonderen Höhepunkt bildet eine Werkgruppe von acht Gemälden Paul Gauguins, dessen Schaffen bereits im Zeichen des Post-Impressionismus steht.

Das  Ehepaar Hansen widmete sich von 1916 an gezielt dem Aufbau einer repräsentativen Sammlung französischer Malerei. In Paris unterhielten die Hansens Kontakte zu Kritikern wie Théodore Duret sowie zu prominenten Kunsthändlern, insbesondere Ambroise Vollard, mit deren Hilfe sie ihres spektakuläre Sammlung aufbauten. Jedoch beschränkte sich das Ehepaar nicht nur auf die Vertreter*innen des Impressionismus. Sie bezogen auch die Zeiten davor und danach mit ein und damit die Entwicklungen eines ganzen Jahrhunderts französischer Malerei.

So finden sich in der Ausstellung nicht nur Werke des Klassizismus und der Romantik(Jean-Auguste-Dominique Ingres und Eugène Delacroix), sondern mit Gustave Courbet, Camille Corot, Charles-François Daubigny und Jules Dupré auch Arbeiten von führenden Künstlern des französischen Realismus. Indem diese bereits Pleinair-Malerei praktizierten, werden sie zu Recht als Vorboten des Impressionismus geführt.

Die Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard bieten erstmals die Gelegenheit, Spitzenwerke sämtlicher führender Vertreter*innen des Impressionismus in Hamburg zu sehen. Dies ist den guten Beziehungen der Kunsthalle zum Ordrupgaard Museum zu verdanken, das im Zuge von Erweiterungsarbeiten diese außergewöhnlich großzügige Kollektion für Hamburg bereitstellt.



07.11.2019-01.03.2020, hamburger-kunsthalle.de

Ildikó Schiller-Hetzenecker

Bilder:
Oben: Blühende Pflaumenbäume in Éragny Camille Pissarro (1830–1903), das Haus des Künstlers, 1894 Ordrupgaard, Kopenhagen
Mitte: Frau auf einer Wiese (Lise Tréhot), Pierre-Auguste Renoir (1841–1919) um 1868 Ordrupgaard, Kopenhagen
Unten: Mädchen auf der Wiese (Isabelle Lambert),  Berthe Morisot (1841–1895)1885 Ordrupgaard, Kopenhagen
(Fotos: Anders Sune Berg)