13.12.2019 Luzienhäuschen-Schwimmen

Fürstenfeldbruck wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder vom Hochwasser der Amper bedroht. Noch aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es Aufnahmen vom überfluteten Leonhardsplatz, der nur mit Hilfe von Stegen überquert werden konnte.

Schon im 18. Jahrhundert hatten die Brucker Schulkinder während eines Hochwassers am Festtag der hl. Luzia, als das Wasser seinen höchsten Punkt erreicht hatte, mit Kerzen beleuchtete Nachbildungen der Brucker Häuser in die Amper gesetzt. Das Wasser ging zurück und zum Dank dafür wurde dieses Zeichen nun Jahr für Jahr wiederholt. Irgendwann ist der Brauch dann eingeschlafen und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Brucker Lehrer Georg Kachelriß wieder belebt.

Bis heute ist der 13. Dezember ein besonderer Tag für die Brucker Schulkinder, die am Abend nach einer kurzen Andacht vor der Leonhardikirche und der damit verbundenen Segnung ihrer Häuschen Abschied nehmen von ihren selbst gebastelten Kunstwerken – nicht selten schweren Herzens, vor allem dann, wenn die unberechenbare Amper das Haus am ersten Brückenpfeiler oder im Gestrüpp am Ufer zerlegt. Und auch den Kindern des benachbarten Ortes Emmering ist schon nachgesagt worden, dass sie den erfolgreicheren Schwimmern weiter amperabwärts den Garaus gemacht haben sollen.

Leonhardplatz, Fürstenfeldbruck, fuerstenfeldbruck.de