Niue: Naturparadies in der Südsee

Die kleine Insel Niue im Herzen Polynesiens – rund 600 Kilometer von Tonga entfernt – ist ein neuer Geheimtipp auf der touristischen Landkarte. Mit Air New Zealand ist Niue in nur knapp vier Stunden von Auckland erreichbar. Auf Gäste wartet ein ursprüngliches naturbelassenes Ferienparadies. Das rund 260 Quadratkilometer große Eiland ist ein eigener Staat, allerdings in Assoziation mit Neuseeland.

„Niues großes Glück ist, dass es keine herkömmlichen Strände gibt“, meint Felicity Bollen, CEO von Niues Fremdenverkehrsamt. „Vom großen Boom sind wir verschont geblieben und haben uns so die Unberührtheit erhalten.“ Baden kann man am erhobenen Korallenatoll allerdings trotzdem: Während der Ebbe gibt es unzählige Tide-Pools, in denen man schwimmen und auch schnorcheln kann.

„Durch den fehlenden Süßwassereintrag sind die Gewässer um Niue kristallklar und bieten eine großartige Sicht. Höhlentaucher finden hier Grotten, in denen man spannende Formationen beobachten kann“, so Rami Oved, Leiter der Tauchbasis Magical Niue. „Haie und auch Seeschlangen kann man hier bestens beobachten. Von Juli bis September kommen Buckelwale vorbei und machen Niue zu einem Hotspot für Whalewatching.“

„Dennoch sehen auch wir die Auswirkungen der globalen Erwärmung. In den vergangenen Jahren gab es eine massive Korallenbleiche“, so der Tauchexperte. „Wir haben allerdings festgestellt, dass es einige Korallen gibt, die mit den höheren Temperaturen zurechtkommen.“ In einem ehrgeizigen Projekt – gemeinsam mit dem Fremdenverkehrsamt – werden jetzt die resistenten Korallen nachgezüchtet und dann ausgesetzt. „Mit dieser Methode, die der Wissenschaftler Austin Bowden-Kirby entwickelt hat, konnten auch andere Riffe gerettet werden.“

Die spektakuläre landschaftliche Kulisse mit den bis zu 30 Metern steil abfallenden Felsen, die Höhlen und natürliche Brücken bilden, hat auch zahlreiche Künstler auf der Insel inspiriert. „Niue ist ein Rückzugsort und ein Land der Stille“, erzählt etwa Ahi Cross, die gemeinsam mit ihrem Mann Mark, der ebenfalls Künstler ist, die Tahiono Art Gallery leitet. Wer sich für die polynesischen Traditionen interessiert, ist bei Lofa Misa richtig. Er macht Naturwanderungen, erzählt aus der reichen Geschichte der Insel und bringt einem so die Kultur der Einwohner nahe .

Die Tatsache, dass Niue immer noch ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte ist, hat nicht nur sein Gutes, erklärt Bollen. Als unabhängiger Staat in freier Assoziation mit Neuseeland, besitzen die Niuer einen neuseeländischen Reisepass und können ohne Genehmigung in Neuseeland leben und arbeiten. In den vergangenen drei Jahrzehnten wanderte von den einst 6.000 Einwohnern mehr als die Hälfte ab.

„Natürlich wollen wir diese Entwicklung stoppen und den jungen Menschen auch Chancen geben, hier Jobs zu finden“, so Bollen. „Wir wollen Niue zu einer Top-Öko-Tourismus-Destination machen.“ 2016 haben rund 11.000 Gäste den „Rock“, wie die meisten die Insel nennen, besucht. Anvisiertes Ziel sind maximal 15.000 Ankünfte jährlich. Bleibt zu hoffen, dass dieses Unterfangen gelingt.

Bis heute ist es auf der kleinen Insel so sicher, dass sowohl Autos als auch Häuser unversperrt sind. Auf die Idee, hier jemandem etwas wegzunehmen, kommt man nicht. Offensichtlich ist die Zufriedenheit der Menschen groß. Autos als auch Häuser unversperrt sind. Auf die Idee, hier jemandem etwas wegzunehmen, kommt man nicht. Offensichtlich ist die Zufriedenheit der Menschen groß.

niueisland.com
coralvita.co/reef-restoration-entities
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(Fotos: Wolfgang Weitlaner)