SIGHT SEEING. Die Welt als Attraktion

Wie wurden Eiffelturm, Grand Canyon, Schloss Neuschwanstein oder Venedig zu ‚Sehenswürdigkeiten‘ bzw. zu berühmten Reisezielen, die jeder sehen und selbst erleben möchte? Im Wesentlichen durch Bilder.

Die Entwicklung begann mit den frühen Illustrationen der Weltwunder aus der klassischen Antike. Heute haben Bilder von attraktiven Sehenswürdigkeiten über Instagram eine weltweite Reichweite. Sie wecken die Lust, dorthin zu reisen, um diese besonderen Orte zu sehen – und heutzutage auch, um dort ein Selfie zu machen. Zugleich offenbaren die Wahl der Sujets und die Art ihrer Darstellung auch künstlerische Ansätze und ästhetische Prinzipien.

Die Ausstellung untersucht diese Phänomene und geht der zentralen Frage nach der Interaktion zwischen den Sehenswürdigkeiten und ihrer Darstellung nach. Was macht die Popularität aus, welche Bilder landen im kollektiven Gedächtnis? Wie wichtig ist die politische oder symbolische Bedeutung eines Ortes? Welche Rolle spielen die historischen Entwicklungen von Reisen und Bildreproduktion?

Mit rund 150 Werken lädt die Ausstellung dazu ein, Top-Attraktionen von der Akropolis bis zum Brandenburger Tor mit anderen Augen zu betrachten.

08.02.-14.06.2020, Kunsthalle Emden, kunsthalle-emden.de

Bilder:
oben: Roy Lichtenstein, Pyramid, 1969, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
v.li .n.re.: Paul Signac, Notre Dame, die Insel Saint-Louis, vom Quai de la Tournelle aus gesehen, im Sonnenlicht, 1884, Von der Heydt-Museum, Wuppertal. Foto: Antje Zeis-Loi / Martin Parr, ITALY. Pisa. The Leaning Tower of Pisa (Serie „Small World“), 1990, Martin Parr/Magnum Photos / Gustave Courbet, Die Steilküste bei Étretat, 1869, Von der Heydt-Museum, Wuppertal. Foto: Antje Zeis-Loi