Jubiläumsausstellung zum 100. Todestag von Max Klinger

Max Klinger (1857-1920) galt unter seinen Zeitgenossen als der „deutsche Michelangelo“ und war nicht nur für seine Skulpturen und Gemälde berühmt, sondern vor allem für seine Druckgraphiken. Anlässlich seines 100. Todestages widmet das Museum der bildenden Künste Leipzig dem sächsischen Künstler eine umfassende Ausstellung. Unter dem Titel „KLINGER 2020“ wird sein Schaffen und Werk in einen internationalen Kontext gestellt.

Das Museum der bildenden Künste Leipzig verfügt über die weltweit größte Klinger-Sammlung. Darunter befinden sich Hauptwerke wie die großformatigen Gemälde „Kreuzigung Christi“, „Christus im Olymp“ und die Monumentalskulptur des „Beethoven“. Auch grafische Zyklen und zahlreiche Zeichnungen, Druckplatten, Entwurfsgipse und zeitgenössische Fotografien gehören zum Repertoire. Die Jubiläumsausstellung veranschaulicht in mehreren Kapiteln das facettenreiche Werk des Künstlers. Ergänzt werden die Bestände des Museums durch zahlreiche nationale und internationale Leihgaben.

In einem Teil der Ausstellung steht gesondert das Verhältnis von Max Klinger und Käthe Kollwitz im Mittelpunkt. Die vielfältigen Aspekte ihrer Beziehung und Klingers künstlerischer Einfluss auf Käthe Kollwitz werden anhand von grafischen Werken beider Künstler erstmals umfassend dokumentiert. Im Jahr 1900 lernte Klinger Auguste Rodin persönlich kennen, dessen Werke er bereits bewunderte. Aus dieser Pariser Bekanntschaft entspann sich eine mehrjährige Korrespondenz.

Max Klingers letzter grafischer Zyklus „Zelt“ bildet den Ausgangspunkt für die Darstellung seiner 40-jährigen Beschäftigung mit den Themen Sexualität, Liebe und Erotik sowie dem Verhältnis der Geschlechter. Anzunehmen ist, dass der Künstler in „Zelt“ seine Beziehung zu Frauen, insbesondere seinem Verhältnis zur Schriftstellerin Elsa Asenijeff und dem Modell Gertrud Bock, reflektiert. Weiterhin werden erstmals Klingers Entwürfe für das Treppenhaus des alten Museumsgebäudes am Augustusplatz, die Tafelaufsätze für das Leipziger Rathaus sowie die Ausgestaltung der Villa Albers in Berlin-Steglitz präsentiert.

Max Klingers Kunst wurde maßgeblich durch seine Reisen und mehrjährigen Auslandsaufenthalte geprägt. Insbesondere Paris, Wien und Rom waren wegweisend für seine Arbeit. In Wien begegnete Klinger den Werken von Gustav Klimt und feierte in der österreichischen Hauptstadt seine größten Erfolge. Klingers eigentlicher künstlerischer Fokus lag auf einer Reihe von symbolistischen, mythologischen und religiösen Figurenbildern. Im Mittelpunkt seiner Kunst stand auch die Ästhetik des nackten Menschen. Neben der Malerei widmete sich der Künstler später verstärkt der Bildhauerei.

06.03.-14.06.2020, Museum der bildenden Künste Leipzig, mbk.de

(Fotos: Andreas Schmidt)