„König der Alpen“: Steinbockzentrum St. Leonhard im Pitztal

Die Ausstellung würdigt den Steinbock in erster Linie als Synonym für die faszinierende Natur des Pitztals. Der majestätische Kletterkünstler, der bis zu dreieinhalb Meter hoch springen kann und auf seinen Streifzügen nebenbei zur Verbreitung diverser Pflanzen beiträgt, hat sich längst auch als Pitztaler Wappentier behauptet. „Der einzige natürliche Feind des Steinbocks ist heutzutage die Lawine“, sagt Ernst Partl, Geschäftsführer des Naturparks Kaunergrat, bei dem die Fäden des Gemeinschafts-Projekts von Gemeinde, Tourismusverband und Naturpark zusammenlaufen. Einst hatten Not und Hunger zur Ausrottung des Steinbocks im gesamten Alpenraum geführt. „Wilderern kam es dabei nicht nur auf das Fleisch an, sondern auch auf das wertvolle Horn, das als Aphrodisiakum galt“, führt Partl aus. Die Landesjagd Pitztal, die mit einem Gebiet von 20.000 Hektar größte Hochgebirgsjagd Österreichs, kümmert sich erfolgreich um den Schutz der edlen Wildtiere. Sie war es auch, die einst die ersten Exemplare ins Tal brachte.

Seit der erfolgreichen Wiederansiedlung können Urlauber dem „König der Alpen“ im Pitztal auch wieder in der freien Natur begegnen. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit rund um die Rüsselsheimer Hütte, die oberhalb des Weilers Plangeroß in 2328 Meter Höhe thront. Wer nichts dem Zufall überlassen möchte, schlendert durch das Gehege des Steinbockzentrums. „Das sind Tiere aus dem Innsbrucker Alpenzoo und schon an Menschen gewöhnt“, erklärt Partl, der dennoch auf die Abstandsregeln hinweist.

Das Steinbockzentrum St. Leonhard im Pitztal steht auf historischem Grund – und so wird die Verbindung von der Natur- zur Kulturgeschichte deutlich. Der Schrofenhof, der 1265 erstmals urkundlich erwähnt wurde, gilt als ältester im gesamten Pitztal. Auf dem Gelände der ehemaligen Stallungen ist jetzt das Steinbockzentrum entstanden. „Wir greifen die Geschichte der Besiedlung auf und legen einen Schwerpunkt auf das beginnende 20. Jahrhundert“, so Partl. Damals wohnte Josef Schöpf auf dem Schrofenhof. Er gilt als Pionier der Fotografie in Tirol und hinterließ beeindruckende bildliche Dokumentationen. Seine Geschichte ist Teil der Ausstellung und nimmt die Besucher mit auf eine fotografische Zeitreise in die Vergangenheit.

Die Eröffnung des Steinbockzentrum St. Leonhard im Pitztal am 15. Juli ist für Partl der erste Meilenstein eines Gesamtkonzepts, das auf Identitätsstiftung, Nachhaltigkeit und sanften Tourismus setzt. „Weitere langfristige Schwerpunkte werden zudem auf Umweltbildung und Forschungskooperationen zum nachhaltigen Steinwildmanagement liegen“, verrät Partl.

pitztal.com

Bilder:
Oben: Einfach majestätisch: Der König der Alpen gilt als Symbol für intakte Natur

(Foto: TVB Pitztal)
Unten:
Das neue Steinbockzentrum St. Leonhard im Pitztal

Rendering: Architekten Köberl & Kröss