30 Jahre duesseldorf-festival

Die Planung für das Düsseldorf Festival 2020 war gerade abgeschlossen, als die Pandemie kam. Doch schnell erreichte die Organisatoren eine Welle von Solidarität und Unterstützung. Deshalb feiert man in diesem Jubiläumsjahr ein Festival der Gemeinschaft und Solidarität, bei dem vor allem KünstlerInnen aus Düsseldorf und der Region auftreten. Großveranstaltungen und ein Theaterzelt kann es diesmal nicht geben, aber zu erwarten sind dennoch berührende und lohnenswerte Erlebnisse.


Faces of Düsseldorf

Eine besondere Erfahrung in der Corona-Pandemie ist das Verschwinden der Gesichter unter den Masken. Die Video-Kunst-Projektion „Faces of Düsseldorf“ von Jan Ising auf dem Burgplatz ist daher das Projekt der Stunde, denn es vereint und feiert die vielfältigen Gesichter der Stadt am Rhein. Auf einer Projektionsfläche von 36 Quadratmetern wird ein acht Meter hohes dreidimensionales Gesicht entwickelt, das Universal Face. Bekannte und unbekannte Gesichter Düsseldorfs verschmelzen darauf. Premiere war bereits am 12. August, danach und während der Festival-Spielzeit sind weitere DüsseldorferInnen eingeladen, mit ihren Gesichtern die „Faces of Düsseldorf“ zu erweitern.
bis 4.Oktober, täglich ab Einbruch der Dunkelheit Burgplatz, Eintritt frei



Die Programm-Highlights zum 30-jährigen Bestehen des Düsseldorf Festivals:


Face to Face

In einem kleinen Theaterzelt auf dem Burgplatz erlebt man einzeln oder als Paar eine etwa 15-minütige, individuelle und unwiederholbare Performance von überwiegend Düsseldorfer KünstlerInnen, die – mit dem gebotenen Abstand – Interaktion entstehen lässt. MusikerInnen, Geboten wird vieles  zwischen Klassik und Neuer Musik, Barock und Tango, Tanz und großer Literatur mit Klavier, Akkordeon, japanischer Flöte und Schlagzeug.
Mi. 9.9. – So. 27.9., unterschiedliche Uhrzeiten, Das kleine Zelt, Burgplatz


Möbius Compagnie XY

Die französische Compagnie XY aus Lille steht für eine kühne Mischung aus Akrobatik, Tanz und Poesie. Mit dem Choreografen Rachid Ouramdane haben die Artistinnen und Artisten eine athletische choreografische Sprache entwickelt. Zwischen Individualität und Schwarmintelligenz geht es um den Mut, Unterschiede zum Ausdruck zu bringen.
Do. 10.9. – Sa. 12.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


Los Aurora

Den Flamenco als „Iberischen Blues“ in seiner aktuellsten Spielart verkörpern die jungen Musiker des Ensembles Los Aurora, das aus der katalanischen Musik-Akademie „Taller de Músics“ in Barcelona hervorging. Das Quartett um den charismatischen Sänger Pere Aurora mit dem bekannten Flamenco-Tänzer Jose Manuel Álvarez interpretiert die Klassiker des Flamencos aufregend neu.
So. 13.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE




#bfree STEGREIF.orchester

Im Rahmen des „#bebeethoven“-Projekts hat das STEGREIF.orchester einen äußerst unkonventionellen Beitrag zum Beethovenjahr 2020 entwickelt, das nun beim Düseldorf Festival zur Uraufführung kommt. Das Konzertprojekt „#bfree“ mixt Elemente von Beethovens berühmter 9. Sinfonie mit Volksliedern aus den Herkunftsländern der MusikerInnen. Verwoben mit „folk music“ spielt das 30-köpfige Ensemble Beethovens „Europa-Sinfonie“ ohne Noten, ohne Dirigat und ohne Stühle. Die Performance führt in ungeahnte Freiräume für Improvisation und Bewegung – auch im buchstäblichen Sinn, denn die Musiker bewegen sich frei im Raum.
Di. 15.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


 Lina_Raül Refree

Fado ist der Ausdruck des Lebensgefühls der Portugiesen zwischen Melancholie, Sehnsucht und Leidenschaft. Die Fado- Sängerin Lina hat eine klassische Opernausbildung genossen und erfindet mit ihrem Begleiter Raül Refree den Fado auf verblüffende Weise neu. Refree begleitet die Fado-Klassiker nicht mit der traditionellen Gitarre, sondern kreiert mit Klavier und Synthesizer dezente, poetische Arrangements, die sich ganz der Magie von Linas eindringlicher Stimme unterordnen.
Mi. 16.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


Kreidler feat. Egopusher

Seit 1994 steht die Düsseldorfer Band Kreidler für die Verbindung von elektronischer Musik mit analogen Instrumenten und eine charakteristisch kühle Ästhetik. Das Quartett spielt ein gemischtes Set aus aktuellen Stücken aus dem „Flood“-Album und älteren Nummern. Dazu präsentiert das Duo Egopusher eine exotische Instrumenten-Kombination. Der Geiger Tobias Preisig und der Produzent und Schlagzeuger Alessandro Giannelli kreieren eine rasante Mischung aus Electronica und zeitgenössischer Neoklassik.
Do. 17.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


Schöpfung und Serenata Musicale

Das geplante Konzert von Haydns „Schöpfung“ in der Düsseldorfer Johanneskirche musste wegen der Coronapandemie ausfallen. Die drei Solisten des Abends wollten jedoch unbedingt zusammen musizieren. Also verschoben sie ihren Auftritt in das Düsseldorf Festival! Im Bachsaal der Johanneskirche erklingen nun Arien aus Haydns „Schöpfung“ und aus der Welt der Oper.
Sa 19.9., 19 Uhr, Bachsaal in der Johanneskirche Stadtkirche Düsseldorf


„Blackbird“ Matthias Brandt & Jens Thomas

Der Schauspieler und Autor und der Musiker haben das Zusammenspiel von Text-Performance und spontan wirkender Klavierimprovisation zur Perfektion entwickelt. Bereits zum vierten Mal kommt das Duo nun mit Matthias Brandts Roman-Erstling „Blackbird“ nach Düsseldorf. „Blackbird“ fängt die Atmosphäre der 1970er Jahren in der BRD ein und erzählt von Liebe und Freundschaft und der direkten Nachbarschaft von Komik und Tragik.
So. 20.9., 17 & 20 Uhr, Mo. 21.9. 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


Aktion: Aktion! Pièrre.Vers Das Theaterkollektiv

Pièrre.Vers zeichnet die Ereignisse in Düsseldorf vom 16. Und 17. April 1945 nach. Die Alliierten stehen vor den Toren der Stadt, Hitler fordert den Kampf bis zum letzten Mann. Doch ein Dutzend Männer geht mit der „Aktion Rheinland“ in den Widerstand. Sie besetzen das Polizeipräsidium und machen sich auf den Weg zu den Amerikanern, um über die kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln. Am historischen Schauplatz trifft nun die Vergangenheit auf die Gegenwart: Die Performance findet auf dem Hof des Polizeipräsidiums unter freiem Himmel statt, das Publikum wird mittels eines Kopfhörersystems mit den Akteuren verbunden.
Mo. 21.9. – Mi. 23.9., Fr. 25.9. – So. 27.9., 18 Uhr, Jürgensplatz


Fernbeziehungen Ars cantandi

Das 15-köpfige Düsseldorfer Vokalensemble ars cantandi ist seit Jahren mit dem Festival eng verbunden. In diesem Jahr lotet die klein besetzte A-cappella-Formation den spätgotischen Raum der Basilika St. Lambertus unter den Abstandsregelungen der Corona- Pandemie neu aus und nimmt das Publikum unter dem beziehungsreichen Motto „Fernbeziehungen“ mit auf eine Reise von der mittelalterlichen Gregorianik bis in die unmittelbare Gegenwart.
Di. 22.9., 19.30 Uhr, Basilika St. Lambertus


Tabula rasa feat. URBANATIX

Die Isolation des Lockdowns bedeutete für KünstlerInnen  nicht mehr auftreten zu können.Daran erinnern die ersten Momente der eigens für das Festival kreierten Show „Tabula rasa“, die sich zu einem Fanal der Hoffnung verdichtet. Tabula rasa meint so viel wie unbeschriebenes Blatt: Vier große Tische, die in immer neuen Formationen bespielt werden, verdeutlichen diese Ausgangssituation. Regisseur Christian Eggert und Choreograf Takao Baba inszenieren KünstlerInnen, die sich in furiose Ensemblenummern steigern und dynamische Street Styles feiern. Zu Live-Musik sind zehn PerformerInnen der Formation URBANATIX zu erleben, die diverse  Spielarten von Artistik und Urban Dance zu einem rasanten Mix fusionieren.
Mi. 23.9. – Fr. 25.9., 20 Uhr, Mitsubishi Electric HALLE


Farewell Ensemble procovale

Das Konzertprogramm dieser A-Capella-Formation umkreist unter der Leitung von Sebastian Voges melancholische Stimmungslagen des Abschieds –  mit Werken für Klavier zu vier Händen von Edvard Grieg und Antonin Dvořák nach Norwegen und Böhme sowie Charles Hubert Parrys „Songs of farewell“ und Gerald Finzis „Three Shakespeare Songs“. Ferner erklingen Felix Mendelssohn Bartholdys „Lieder im Freien zu singen“, Quartette von Johannes Brahms, die Abend- und Nachstimmungen feiern, sowie Sebastian Voges‘ Vertonung von drei Gedichten von Rainer Maria Rilke.
So. 27.9., Basilika St. Lambertus


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