Die Sprache der Mode

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) präsentiert seine jüngsten zeitgenössischen Neuerwerbungen für die Sammlung Mode und Textil zusammen mit weiteren herausragenden Objekten – darunter Entwürfe etablierter Künstler*innen wie Walter Van Beirendonck, Coco Chanel, Jean-Charles de Castelbajac, Tom Ford oder Martin Margiela und aufstrebender Nachwuchsdesigner*innen wie Flora Miranda Seierl.

Die Ausstellung mit dem Titel „Die Sprache der Mode“ beleuchtet die Bedeutung von Text auf Modeerzeugnissen und widmet sich mit über 35 Exponaten aus dem 19. Jahrhundert bis heute dem spielerischen Umgang mit Sprache und der facettenreichen Gestaltung von Markennamen oder Logos, politischen Botschaften und Typografie im Modedesign.

Gut zu wissen: Das Textil hat dem Text seinen Namen gegeben. Text und Textil haben den gleichen lateinischen Wortursprung „Textus“. Die deutsche Übersetzung lautet „Gewebe“, im übertragenen Sinne auch „Zusammenhang“. Schriftzüge finden sich an unterschiedlichsten Stellen von Kleidern, Hosen, Mänteln und Shirts. Mal können die Lettern auf Brust oder Rücken nicht groß genug sein, mal verschwinden sie fast im Musterrapport, mal schlingen sie sich so um den Körper, dass der Inhalt rätselhaft bleibt. Manche Informationen sind dezent im Inneren der Kleidung angebracht.

Bisweilen werden Buchstaben durch ein anderes Zeichensystem ersetzt, das nur Eingeweihten verständlich ist. Die Verwendung von Schrift auf der Außenseite von Kleidung entsteht erst mit der Popkultur der 1960er Jahre, etwa auf Papierkleidern, diesen Mischwesen von Plakat und Kleid. Im zeitgenössischen Modedesign sendet insbesondere die „Antwerpener Schule“ um Walter Van Beirendonck Textnachrichten. Dafür kommen unterschiedlichste Techniken zum Einsatz: Jacquardweberei, Bandagenstrickerei, Stickerei und Laserschnitt.

Die Schau beschäftigt sich mit Wortspielen, Markenbildung, Schrift als Gestaltungselement und Botschaften, die über Mode verbreitet werden.

Bis 31.10.2022, MK&G Hamburg, mkg-hamburg.de   

Bilder:
Oben: Flora Miranda (*1990), Overall „Machine Learning Applied“, 2019, MK&G, Eigentum der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, © Flora Miranda (Foto: Laetitia Bica)
Unten: Ausstellungsansichten:
linkes Bild v. l. n. r.: Karl Lagerfeld (1933–2019) / Chanel, Gabrielle „Coco“ Chanel (1883–1971), André Courrèges (1923–2016) (Foto: Henning Rogge)
rechtes Bild: v. r. n. l.: Walter Van Beirendonck (1957), Hussein Chalayan (1970), Domenico Dolce (1958)/Stefano Gabbana (1962), Harry Gordon (1930–2007), Martin Margiela (1957), Lee (1973) u.a. (Foto: Henning Rogge)