Joseph Beuys. Der Raumkurator

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie dem Künstler eine Ausstellung, die sich mit dem Verhältnis des Künstlers zur Institution Museum auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst eingerichtet hat.

Joseph Beuys war ein charismatischer Künstler mit einem Gestaltungswillen, der an den Grenzen von Institutionen und Museen keinen Halt machte. Seine Aktionen fanden deshalb häufig außerhalb des Museums statt, denn letztlich ging es ihm darum, durch Kunst die Gesellschaft zu gestalten.

Wenn Beuys dennoch in Museumsräumen arbeitete, so eignete er sich die Räume in einer Weise an, die mit den Konventionen der Institution radikal brach. In der Staatsgalerie hat Beuys 1984 einen großen Eckraum eingerichtet. Dazu hat er sechs Werke, die zeitlich und auch von den Dimensionen her unterschiedlich sind, sehr unkonventionell neu präsentiert, so dass eigentlich ein neues Kunstwerk entstanden ist.

Neben seinem eigenen Raumensemble hat Beuys zur Eröffnung der Neuen Staatsgalerie auch spektakulär in die Präsentation der Sammlung eingegriffen, indem er die weltberühmten Figurinen von Oskar Schlemmers »Triadischem Ballett« auf hohe Sockel stellte. Ein bewusster, provozierender Akt des Künstlerkurators Beuys, den die Ausstellung re-historisierend zeigen wird.

Die Ausstellung zeichnet Beuys‘ sensibles Arbeiten zwischen Werk, Betrachterin und Betrachter sowie Museumsraum auch anhand von Fotografien, Filmaufnahmen und Objekten nach. Mit dabei ein umfassendes Konvolut an Fotografien von Lothar Wolleh (1930-1979), der Beuys über Jahre begleitete.

Ausstellung: 26.03.2021 – 18.07.2021
Staatsgalerie Berlin
http://www.staatsgalerie.de

Bilder:
Joseph Beuys im Moderna Museet Stockholm_ beim Aufbau seiner Arbeit Plastischer Fuss Elastischer Fuss 1971

(Fotos: Lothar Wolleh)