Prunkstücke aus Edelstein

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Das Knauf-Museum Iphofen zeigt ab 18. Juli die Sonderausstellung „Prunkstücke aus Edelstein“. Edelsteine übten schon immer durch ihre Seltenheit, ihre Schönheit und Kostbarkeit eine große Faszination aus. Die fein ausgewählte Ausstellung widmet sich den fantasievollen Kunstwerken von Manfred Wild, dessen Kunstwerke gerne mit denen des russischen Hofjuweliers Carl Fabergé (1846–1920) verglichen werden.

Schon bei den ältesten Kulturvölkern der Erde wurden Edelsteine für Schmuck und zu religiösen Zwecken verwandt. Die Kunst des Steinschnitts wird seit ca. 6000 Jahren ausgeübt und ist somit Zeuge frühester Kulturen. Mit der Erfindung der Radtechnik und der einfachen Drehbank legten die Steinschneider Mesopotamiens im 4. Jh. v. Chr. die wohl bedeutendste Grundlage für die Edelsteinbearbeitung. Bei den Völkern des Mittelmeerraumes und des Zweistromlands, später bei den Römern, fanden die ersten großen Edelstein-Sammlungen ihren Anfang.

Im zwölften Jahrhundert entstanden neue große Edelstein-Schleif-Zentren in Venedig, im Rhein-Maas-Gebiet, im Burgund und in Paris und es entwickelte sich an fast allen europäischen Höfen eine Sammelleidenschaft für diese Prunkstücke aus Edelstein. In der Renaissance perfektionierten vor allem die Steinschleifer aus Norditalien, aus Mailand und Florenz die Technik des Schleifens mit Edelsteinen, die heute noch als Höhepunkte der erweiterten Technik des Hohlschleifens gelten. Die Wertschätzung und damit verbundene Bewertung von Gefäßen aus Edelstein überstieg den Wert von Gemälden der großen Meister dieser Zeit bei Weitem. So wurden nach dem Tod König Philipp II. von Spanien im Jahr 1598 Bergkristall-Gefäße aus dessen Besitz um das Zwei- bis Dreifache höher bewertet als ein Gemälde von Tizian.

Ausstellung 18.07.-07.11.2021, Knauf-Museum Iphofen, http://www.knauf-museum.de