Festival für Digitale Künste „NEW NOW“

Das Festival findet erstmalig auf Zollverein in Essen statt. Wo früher Steinkohle gefördert wurde, wird nun Kunst produziert. Zollvereins imposante Industriearchitektur mit riesigen Kohletrichtern und Bunkern aus Beton bietet spektakuläre Raumsituationen und ein unvergleichliches Festivalerlebnis. In der Mischanlage auf der Kokerei Zollverein werden 60 internationale Künstlerinnen und Künstler in einem abwechslungsreichen Programm ihre Werke. „NEW NOW“ präsentieren – die Vielfalt der Digitalen Künste – vom Produktionsprozess bis zur Ausstellung, live und digital.

An der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft entstehen in den ersten drei Wochen des Festivals auf zwei Etagen der Mischanlage raumgreifende Kunstinstallationen. verwandeln wir das Welterbe Zollverein in ein temporäres Zentrum einer neuen Produktionskultur und Kunstbewegung – kreativ, progressiv und agil“, so Jasmin Grimm, Künstlerische Leitung sowohl von NEW NOW als auch der Stiftung Zollverein mit Schwerpunkt auf Digitale Künste.

Zahlreiche künstlerische Positionen setzen sich mit dem industriellen Erbe der Region auseinander. Joanie Lemerciers Werkreihe „Slow Violence – The Hambach Forest and the Technological Sublime“ erkundet die Auswirkungen des Übertagebaus auf einen der ältesten Wälder Europas. Stine Deja fragt mit ihrer Arbeit nach der Bedeutung von Kohle und Feuer für unser Zusammenleben. Studio Above&Below schaffen virtuelle Skulpturen aus den Vermessungsdaten der Ruhr. Und das Virtual Reality Studio Marshmallow Laser Feast zeigt mit ihrer Arbeit „Treehugger: Wawona“ das Innenleben des weltweit größten Baums und hinterfragt unsere Beziehung zur Natur in Zeiten von Krise und Wandel.

Der britische Komponist und Künstler Matthew Herbert sammelt in Kollaboration mit dem Essener Projekt Stone Techno neue Klänge unter Tage und fördert so die Geräusche der Gesteine und Kohleflöze der Zeche Zollverein zutage. Herberts Weltpremiere „Wishmountain“ und weitere audiovisuelle Arbeiten sind Bestandteil der „Immersive Sound Nights“: An zwei Abenden, am 27. August und 17. September 2021, treffen Musik und visuelle Kunst in Live-Performances aufeinander. In Kooperation mit MUTEK Montréal, Festival für digitale Kreativität und elektronische Musik, wird die Mischanlage von renommierten Künstlerinnen und Künstlern mit experimentellen, elektronischen Klängen und Visuals bespielt. Die Teilnahme an den „Immersive Sound Nights“ ist sowohl live vor Ort als auch digital möglich.

Das Festival kann digital über die Plattform ZECHE des Medienkünstlers Christian Mio Loclair besucht werden. ZECHE ist ein postapokalyptischer Dschungel in Computerspielästhetik, der die historischen Gebäude Zollvereins überwuchert. Loclair hat mit seiner ZECHE eine digitale „Art-in-Art“-Experience erschaffen, indem er Werke teilnehmender Künstlerinnen und Künstler in seine Arbeit integriert. Die virtuelle ZECHE geht zeitgleich zum Festivalstart online.

27.08.-03.10.2021, Zeche Zollverein, Essen,

https://newnow-festival.com/

Bild:
Kimchi and Ch
ips, Another Moon, Foto: Zollverein/Tack