Rainer Werner Fassbinder – Eine Retrospektive

Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) war Regisseur, Filmproduzent, Schauspieler und Autor zugleich. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Wie kaum ein anderer Künstler hat er durch sein Werk das intellektuelle Bild Nachkriegsdeutschlands geprägt und inspiriert. Die Ausstellung präsentiert ein umfassendes Porträt des großen deutschen Filmemachers im Spiegel seiner Zeit. Seine Arbeiten und seine Biografie werden in der Ausstellung anschaulich mit der damaligen deutschen Lebensrealität verknüpft.

Fassbinders Exponiertheit, seine kreative Unangepasstheit und künstlerische Radikalität führten zu inzwischen legendären Filmen, Fernseh- und Theaterstücken, wie:

  • Angst essen Seele auf
  • Die Ehe der Maria Braun
  • Acht Stunden sind kein Tag
  • Berlin Alexanderplatz
  • Querelle

Er war in seinem kurzen Leben äußerst produktiv: Er schrieb, drehte oder inszenierte 45 Spielfilme und 25 Theaterstücke. Fassbinder war ein Künstler, dem in seinen Werken die Synthese aus radikaler Subjektivität und gesellschaftlicher Analyse gelang. Seine Bildsprache changierte dabei von Beginn an virtuos zwischen Theater, Film/Fernsehen und Zeitdokument.

Er lebte und forderte Intensität. Seine manchmal sperrige, kritische Haltung bei gleichzeitig liebevoller Darstellung und Zeichnung der Menschen war ohne Rücksicht auf ihre jeweiligen Milieus von beispielloser, aber auch zutiefst respektvoller Konsequenz. Das schon zu seinen Lebzeiten oft kontrovers diskutierte Werk Fassbinders hat bis heute nichts von seiner Relevanz, Intensität und Strahlkraft verloren.

Ausstellung bis 06.03.2022, Bundeskunsthalle Bonn
http://www.bundeskunsthalle.de

Bilder:
Oben: Rainer Werner Fassbinder rauchend auf dem Sofa, Feldkirchen, 1970 (Foto: Michael Friedel)
Mitte: Rainer Werner Fassbinder und Hanna Schygulla während der Dreharbeiten zu NIKLASHAUSER FART, BRD 1970, DFF Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (Foto: Peter Gauhe)
Unten: Rainer Werner Fassbinder mit Kameramann Michael Ballhaus bei den Dreharbeiten zu WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE, BRD 1970/71, DFF Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, (Foto: Peter Gauhe)