Im Tau des Morgens – Highlights japanischer Keramik

Das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf präsentiert noch bis zum 6. Februar die neue Sonderausstellung „Im Tau des Morgens – Highlights japanischer Keramik aus 160 Jahren“.

Die Herstellung von Keramik wird in Japan besonders hoch angesehen. Anlässlich des 160-jährigen Jubiläums der deutsch-japanischen Freundschaft und im Rahmen der diesjährigen Japan-Tage zeigt das Hetjens ausgewählte Exponate japanischer Keramikkunst aus drei Jahrhunderten, darunter Gefäßkeramiken aus der Sammlung Prof. Helmut Hentrichs. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem EKŌ-Haus, Düsseldorf statt. Die Schirmherrschaft hat das Japanische Generalkonsulat übernommen.

Die Entwicklung der japanischen Keramikkunst 1853 erzwang eine Flotte der Amerikaner unter dem Kommando des Seeoffiziers Matthew C. Perry die Öffnung Nippons für ausländische Märkte. Die Wiederaufnahme der Handelsbeziehung mit dem Westen, nach über 200 Jahren, ebnete auch den Weg für einen bis dato nicht gekannten kulturellen Austausch, in dessen Zuge japanische Kunstgegenstände große Beliebtheit erlangten. Vor allem die elfenbeinfarbenen Satsuma-Keramiken mit ihren prächtigen Malereien erregten auf den Weltausstellungen in Wien (1873) und Philadelphia (1876) großes Aufsehen und entwickelten sich zu wahren Exportschlagern.


Im 20. Jahrhundert dienten die Schöpfungen japanischer Studiokeramiker zahlreichen westlichen Kollegen als Inspiration. Hier gilt Kanjirō Kawai als einer der wegweisenden Töpfer Japans, die während der „mingei“-Bewegung (wörtl. „Kunst des Volkes“) die traditionelle Volkskunst zu einer neuen Blüte getrieben hatten.

Zeitgenössische Keramikkünstler bringen die plastische Qualität des Tons bis an die Grenzen des Materials für bildhauerische Schöpfungen, die vor allem natürliche Formen zum Vorbild haben. Auch die lange Tradition der Glasurtechnik wird von heutigen Künstlern weitergeführt. Die Exponate belegen nicht nur die hohe technische Fertigkeit der Kunstschaffenden, sondern zeigen auch, wie lebendig und vielseitig die Keramikkunst bis heute in Japan ist.

Ein umfassendes Rahmenprogramm zeigt die vielseitigen Aspekte japanischer Kultur und Keramikkunst.

http://www.duesseldorf.de/hetjens

Bilder:
Oben: Vase „Bottle with Peacock Glaze“, Hideaki Miyamura (geb. 1955), New Hampshire, USA, 2019, Hetjens-Deutsches Keramikmuseum, Pauline Guimarães
Mitte: li.: Blick in die neue Sonderausstellung, Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin / re: Künstlerin und Meisterschülerin der Kunstakademie Naomi Akimoto ist mit einer großformatigen Wandinstallation in der Ausstellung vertreten, Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin