„Bröhan Total“

Am 6. Juli 2021 wäre Karl H. Bröhan 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag gibt den Anlass, in einer groß angelegten Jubiläumsausstellung den Blick auf die Sammlung und Person des Museumsgründers zu richten.

Auf der gesamten Ausstellungsfläche des Bröhan-Museums werden in einer komplett neuen Präsentation die Highlights der Sammlung, aber auch zum Teil noch nie oder selten gezeigte Schätze aus dem Depot präsentiert. Die Bandbreite reicht von Interieurs des französischen Art Nouveau über die reformbewegten Entwürfe des deutschen Jugendstils, Art déco und funktionalistische Formgebung der 20er Jahre bis hin zur Kunst der Berliner Secession.

Das Konzept des Museumsgründers, der Teile der Sammlung stets in Raumensembles präsentierte, wird in vier eigens gestalteten Period Rooms wieder aufgegriffen; es werden Sammlungsgeschichten erzählt und neue Forschungsansätze vorgestellt. Ausgewählte Neuerwerbungen der letzten Jahre zeigen zudem die Entwicklung der Sammlung auf. Es werden Gemälde, Grafik, Möbel, Porzellan sowie Metall- und Glaskunst zu sehen sein.

Zudem erhielt das Bröhan-Museum im Juni 2021 eine umfangreiche Schenkung aus Berliner Privatbesitz. Angeregt durch einen Zeitungsartikel stiftete ein privater Sammler aus Berlin-Schöneberg seine Kollektion von über 100 farbenprächtigen Gläsern des Münchner Designers Jean Beck (1862-1938) dem Museum, das ihn einst zum Sammeln inspiriert hatte. Die Gläser werden erstmals im Rahmen der Ausstellung „Bröhan Total“ präsentiert. Das Phänomen der „Satellitensammlungen“ – Sammlungen, die unmittelbar von der Sammlung Bröhan, den Ausstellungen und Publikationen des Bröhan-Museums inspiriert sind – wird die Ausstellung auch noch am Beispiel zweier weiterer Kollektionen erkunden.

Erstmals in der fast 50-jährigen Geschichte der Sammlung Bröhan wird auch eine Auseinandersetzung von zeitgenössischer Kunst mit Werken der Sammlung stattfinden: Die international renommierte Performancekünstlerin Nezaket Ekici wird während der Ausstellung einen neuen Blick auf die Sammlung werfen: Sie realisiert im Museum im Rahmen des Projekts „Revisiting the Collection“ (Arbeitstitel) eine neue Performance, in der sie sich mit einem Sammlungsobjekten des Museums auseinandersetzt.

Ausstellung 06.10.2021 bis 16.01.2022, Bröhan-Museum, www.broehan-museum.de

Bilder:
Oben: Adolf Amberg, Tafelaufsatz Hochzeitszug, KPM Berlin, 1904,
Oben re: Prof. Karl H. Bröhan, Gründer
Mitte: v.li.n.re.: Edward W. Godwin, Klappstuhl, um 1875 Bröhan Museum / Joan Busquets, Buffetschrank, um 1900, Bröhan-Museum / Paul Iribe, Liegesessel, 1913, Bröhan-Museum / Vase, Joh. Loetz Witwe, Bröhan-Museum
Unten: Alfred Grenander, Möbelensemble für Weltausstellung St. Louis 1904, Leihgabe EvS Kunststiftung
(Fotos Martin Adam)