Luxus & Lifestyle. Weimar und die weite Welt“

Das Goethe-Museum Düsseldorf lädt vom 26. Oktober 2021 bis zum 20. Februar 2022 zu seiner neuen Sonderausstellung ein. Besucherinnen und Besucher des Schloss Jägerhof können dort eine Reise durch die Welt der Mode erleben – mit der neuen Sonderausstellung „Luxus & Lifestyle. Weimar und die weite Welt“.

Was haben Weimar und Goethe mit der internationalen Modewelt zu tun?

Die Antwort bietet das „Journal des Luxus und der Moden“, das im Zentrum der Schau steht. Das erste Lifestyle-Magazin Deutschlands berichtete von 1786 bis 1827 über die neueste Mode aus Paris und London sowie über Einrichtungstrends und hatte seinen Verlagssitz in der kleinen Residenzstadt Weimar.

Die Ausstellung präsentiert die Hefte, die auf die brandneue Mode aufmerksam machten, und zeigt am Beispiel alter und neuer Luxusgüter, wie manch ein Trend von damals das Design von heute inspiriert.

Gegründet wurde das Journal von dem Verleger Friedrich Justin Bertuch (1747–1822), Mitherausgeber war Georg Melchior Kraus (1737–1806), der Direktor der fürstlichen Zeichenschule, gewinnen, der zugleich die kunstvollen Bildtafeln entwarf. Die Informationen über das Neueste vom Neuen aus den Modezentren Europas beschafften den Herausgebern Korrespondenten im In- und Ausland.

Zunächst aber mussten Bertuch und Kraus Vorurteilen vorbeugen, um ihr neues Projekt zu rechtfertigen. Die Weimarer Dichter und Denker fürchteten einen Siegeszug der Oberflächlichkeit. Obwohl Goethe später selbst Beiträge im Journal veröffentlichte und dessen Anzeigenteil dazu nutzte, für eigene Publikationen zu werben, so war es ihm doch ein rotes Tuch: „Es ist aber als wenn alles geistreiche diesen feuerfarbenen Einband flöhe“, schrieb er im Januar 1796 an Schiller. Ihr Journal, davon waren Bertuch und Kraus jedoch überzeugt, sei ein geeignetes Mittel, um eben negativen Entwicklungen neuer Trends entgegenzuwirken, denn es könne das ästhetische Urteilsvermögen schärfen.

Dass Mode nicht nur Spiegel des Zeitgeists ist, sondern auch Kulturgeschichte sichtbar macht, zeigt die Ausstellung zudem anhand besonderer Stücke von mehr als 20 Leihgebern und aus den reichen Beständen der eigenen Sammlung. Zu sehen sind neben Kleidern und Schuhen aus vier Jahrhunderten auch Accessoires und Einrichtungsgegenstände berühmter Persönlichkeiten, darunter Gemmenringe von Goethe und von Joseph Haydn, eine in Gold gefasste Miniatur, die Angelika Kauffmann der Herzogin Anna Amalia schenkte, Schmuck der Zarentochter Maria Pawlowna und solcher aus der Familie des Komponisten Johann Nepomuk Hummel sowie ein für Coco Chanel persönlich angefertigtes Modeschmuck-Ensemble.

http://www.goethe-museum.de

Bilder:
Oben: Ingo Lammert
Mitte/Unten: Barbara Steingießer