Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna feiert sein 20-jähriges Bestehen

Seit seiner Gründung im Jahre 2001 wird regelmäßig die 3.000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Kellers der Lindenbrauerei mit internationaler Lichtkunst bespielt. Inzwischen teilt sich die Ausstellungsfläche des Museums in eine hochkarätige Dauerausstellung mit eigener Sammlung und Räume für Wechselausstellungen. Weltweit ist das Zentrum für Internationale Lichtkunst das erste und einzige Museum, das sich ausschließlich auf die Präsentation von Lichtkunst konzentriert.

Anlässlich des Jubiläums verspricht Direktor John Jaspers eine besonders spektakuläre Ausstellung, die den Besuchern die „Faszination Licht“ nicht nur rein visuell nahebringt, sondern alle Sinne berührt. Drei raumgreifende Lichtkunst-Installationen erobern das Museum und erschaffen unterschiedlichste Erlebnisräume. Alle drei Arbeiten eint, dass sie jeweils den Raum grundlegend verwandeln. So können die Besucher beim Durchschreiten der Lichtwelten sinnliche Erfahrungen machen, die sie Zeit und Ort vergessen lässt.

Die Künstlerin Adela Andea (US) ist bekannt für ihre ungewöhnlichen, technoiden Leuchtskulpturen. Mit der Installation „Chaos Incarnate“ kreiert Andea sechs Wochen lang vor Ort einen Raum voller psychedelisch bunter Leuchtkörper. Sie bilden unregelmäßige und mäandernde Strukturen, die sich über die alten Steinwände und den Boden ergießen, sich unablässig kreuzen und verwirren. Besucherinnen und Besucher, in den Bann gezogen vom schrill leuchtenden Lichtchaos, werden sich der ausstrahlenden Energie von Chaos Incarnate nur schwer entziehen können.

Auch die Installation „Spectrum (Frame Version)“ von Olivier Ratsi spielt mit dem gesamten Farbspektrum des Regenbogens und konfrontiert die Besuchenden mit einer Reihe von 20 LED-Rahmen, die mit mathematischer Präzision hintereinander positioniert im Raum zu schweben scheinen. Die Farbe jedes Rahmens ändert sich langsam von Magenta zu Violett. Pulsierend in einem Auf und Ab, vergleichbar mit dem menschlichen Atem oder dem Wellenschlag am Strand, nähert sich die Lichtkomposition den Betrachtenden. Eine Klangkulisse verstärkt die Sinneserfahrung und Interaktion. Kontinuierlich verschieben sich die räumlichen Perspektiven.

Drittes Highlight der Ausstellung ist die audiovisuelle Gemeinschaftsarbeit „Plane Scape“ von Wolf Bittner, Lyndsey Housden, Yoko Seyama und Jeroen Uyttendaele. Besonders ist, dass die Installation bereits zum 10-jährigen Bestehen des Museums ausgestellt wurde. Das einmalige Gemeinschaftsprojekt der vier Künstler begeisterte die Besucher nachhaltig, und so sah Jaspers den Anlass dieses spektakuläre Werk nochmals nach Unna zu holen. „Plane Scape“ ist ein begehbarer Wald aus tausenden weißen Gummibändern, der aus vertikalen Linien ein labyrinthisches Raster formt. Auf die Bänder werden Bilder einer sich bewegenden, abstrakten Landschaft projiziert, die von einer Sechs-Kanal-Ton-Komposition begleitet werden. Die Umgebung ändert sich stetig und der Betrachter verliert allmählich die Orientierung inmitten der Licht- und Soundströme.

Bis 24.04.2022, Lindenbrauerei Unna, http://www.lindenbrauerei.de

Bild:
Frame Perspective, Olivier Ratsi