Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ging an Mary Bauermeister

Ministerpräsident Hendrik Wüst verlieh gemeinsam mit Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen den neuen, zentralen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Erste Preisträgerin war Mary Bauermeister. Die in Rösrath bei Köln lebende bildende Künstlerin wird nach einstimmigem Beschluss der Jury für ihr herausragendes künstlerisches Gesamtwerk geehrt. Der Kunstpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „In der Pandemie ist der Wert von Kunst und Kultur noch einmal besonders deutlich geworden. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen Künstlerinnen und Künstler für ihre herausragende Leistung und ihren gesellschaftlichen Beitrag ehren. Der experimentelle künstlerische Aufbruch in den 1950er und 1960er Jahren, für den Mary Bauermeister steht, hat dazu geführt, dass sich im Rheinland das internationale Publikum und Künstler aus ganz Europa und den USA versammelte. Diese Aufbruchstimmung hat Nordrhein-Westfalen zu einem Magneten für die internationale Kunstszene gemacht. Und diese Strahlkraft wirkt bis heute. Wir werden auf allen Ebenen weiter daran arbeiten, die Kultur und die Kulturschaffenden zu unterstützen und zu fördern.“

„Das Werk von Mary Bauermeister hat über den rheinischen und deutschen Kontext hinaus Weltgeltung erlangt. Sie hat Kunst und Leben immer miteinander verbunden und in ihrer künstlerischen Praxis transdisziplinär gearbeitet, lange bevor dies zu einer theoretischen Kategorie der Kunst wurde. Hoch engagiert in der Förderung des künstlerischen Nachwuchses ist Mary Bauermeister inzwischen das, was man einen ‚artist’s artist‘ nennt: Eine Künstlerin, die nachfolgende Generationen von Künstlerinnen und Künstlern prägt und inspiriert. Mit dem Kunstpreis 2021 möchten wir dieses herausragende, jahrzehntelange Schaffen würdigen. Ich gratuliere Frau Bauermeister sehr herzlich zu der Auszeichnung“, so Ministerpräsident Hendrik Wüst.

„Mit Mary Bauermeister ehren wir eine herausragende und einflussreiche Künstlerin mit dem Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, deren Experimentierfreude, unbedingte Offenheit und interdisziplinäres Wirken vorbildhaft sind. Zugleich zeichnen wir mit den fünf Förderpreisen in den Sparten Baukunst, Darstellende Kunst, Literatur, Musik sowie Visuelle Künste junge Künstlerinnen und Künstler aus, deren Werk noch viele wegweisende Impulse erahnen lässt. Nordrhein-Westfalen ist ein starker Ort für künstlerische Experimente“, sagt Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, die der Auswahljury vorsaß.

Weitere Mitglieder des Gremiums waren: Prof. Mischa Kuball (Künstler und Professor für public art an der KHM, Köln und Förderpreisträger 1992), Dr. Ulla Hahn (Dichterin, Schriftstellerin), Dr. Wolfram Goertz (Musikredakteur u.a. Rheinische Post, Die Zeit), Rita Thiele (Dramaturgin, zuletzt Chefdramaturgin am Hamburger Schauspielhaus) und Prof. Karl-Heinz Petzinka (Architekt, Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie und Förderpreisträger 1981).

Mary Bauermeister

Mary Bauermeister ließ sich nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken Mitte der 1950er Jahre in Köln nieder. Ihr Atelier in Köln gilt als Geburtsstätte der Fluxus-Bewegung und der Kunststadt Köln. Dort fanden in den frühen 1960er Jahren erste Veranstaltungen und Performances von u.a. Nam June Paik, John Cage und Otto Piene in Deutschland statt. Nach einer Einzelausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam.

Im Jahr 1962 zog Bauermeister nach New York. Dort erhielt sie Wertschätzung, die ihr in den USA deutlich früher als in Deutschland zuteil wurde, wo sie noch lange im Schatten des berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen stand, mit dem sie zwischen 1967 und 1973 verheiratet war.

Bauermeisters Werk umfasst neben Zeichnungen und Gemälden vor allem Objektbilder und Installationen sowie Landschaftsgestaltungen. Das Werk bewegt sich zwischen den Themenfeldern Kunst, Poesie, Natur, Musik, Mathematik, Esoterik und Wissenschaft – stets im Verbund mit gesellschaftlichen und politischen Diskursen. Ihre Arbeiten sind unter anderem im Besitz des Museum of Modern Art, des Whitney Museum, des Guggenheim Museum (alle in New York), des Hirshhorn Museum in Washington, des Stedelijk Museum und des Museum Ludwig in Köln. Bauermeister ist im Jahr 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Bauermeister ließ sich nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken Mitte der 1950er Jahre in Köln nieder. Ihr Atelier in Köln gilt als Geburtsstätte der Fluxus-Bewegung und der Kunststadt Köln. Dort fanden in den frühen 1960er Jahren erste Veranstaltungen und Performances von u.a. Nam June Paik, John Cage und Otto Piene in Deutschland statt. Nach einer Einzelausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam im Jahr 1962 zog Bauermeister nach New York, wo sie als eine der ersten Künstlerinnen vom Kunstmarkt akzeptiert und gefeiert wurde. Eine Wertschätzung, die ihr in den USA deutlich früher als in Deutschland zuteil wurde, wo sie noch lange im Schatten des berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen stand, mit dem sie zwischen 1967 und 1973 verheiratet war.

Bauermeisters Werk umfasst neben Zeichnungen und Gemälden vor allem Objektbilder und Installationen sowie Landschaftsgestaltungen. Das Werk bewegt sich zwischen den Themenfeldern Kunst, Poesie, Natur, Musik, Mathematik, Esoterik und Wissenschaft – stets im Verbund mit gesellschaftlichen und politischen Diskursen. Ihre Arbeiten sind unter anderem im Besitz des Museum of Modern Art, des Whitney Museum, des Guggenheim Museum (alle in New York), des Hirshhorn Museum in Washington, des Stedelijk Museum und des Museum Ludwig in Köln. Bauermeister ist im Jahr 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Bei der Veranstaltung im K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verlieh die Landesregierung daneben fünf weitere Förderpreise an besonders vielversprechende künstlerische Talente aus Nordrhein-Westfalen und zwar: Lambert Latzke (Baukunst), Thibaut Surugue (Musik), Enis Maci (Literatur), Pinar Karabulut (Darstellende Kunst) und Silke Schönfeld (Visuelle Künste).

Musikalisch gestalteten das Ensemble Musikfabrik und der Förderpreisträger Thibaut Surugue mit Stücken von unter anderem Harry Partch, György Ligeti und John Cage den Abend.

Bilder:
Oben: v.l.n.re: Ministerpräsident Hendrik Wüst, Mary Bauermeister, Wulf Herzogenrath, Dr. Ulla Hahn,
Mitte: li: Gratulanten, re: Laudator Wulf Herzogenrath
Unten: Mary Bauermeister
(Fotos: Elke Burger, Hans Burger)