Schumannfest 2022 in Düsseldorf: Kunst TOTAL!

Vom 8. bis zum 27. Juni widmet sich das Schumannfest und mit ihm das Festival „Schönes Wochenende“ der Romantik als einer wichtigen Periode im europäischen Geistesleben des 19, Jahrhunderts. Dabei dreht es sich längst nicht nur um die Aufführung von Werken des Komponisten Robert Schumann, der in Düsseldorf beheimatet war, sondern vielmehr um einen spannenden Dialog zwischen Hören und Sehen.

An vier Düsseldorfer Spielorten – Tonhalle, Robert-Schumann-Saal, Palais Wittgenstein und Sammlung Philara – finden unter dem Festivalmotto „Kunst TOTAL“ mehr als 30 Konzerte statt, die einen Brücke schlagen zwischen Musik und Kunst. Hinter diesem Konzept steht die Überlegung, dass im Düsseldorf der Schumannzeit viele davon geträumt haben mögen, Kunst und Leben eins werden zu lassen. Befreit aus den Zwängen feudaler Strukturen rückten sie zusammen, die Komponisten, Interpreten, Maler, Dichter und Denker.

Als Gleichgesinnte schufen diese freien Geister Neues. Ihre Netzwerke, in denen Geselligkeit und Profession Hand in Hand gingen, waren Kraftwerke der Kreativität. Michael Becker, Intendant der Tonhalle Düsseldorf und Schumannfest, greift diesen Ansatz auf, wenn er sagt: „Seit Jahren wird das Schumannfest assoziativer und will verstärkt Musik und Bildende Kunst verschränken. Schließlich ist auch das Leben und Wirken von Robert Schumann kein abgeschlossenes Kapitel, sondern öffnet sich uns immer wieder für neue Themen.“

Der Düsseldorfer „Malkasten“

Ein Ort, wo die Künstler in Düsseldorf ihren Ideen und Träumen freien Lauf ließen, war der „Malkasten“, einer der ältesten Künstlervereine Deutschlands.  In der im Gefolge der Märzrevolution 1848 gegründeten Institution wurde Robert Schumann mit seiner künstlerisch-musikalischen Doppelbegabung bald nach seiner Ankunft in Düsseldorf Mitglied.

Oswald Achenbach und Johann Peter Hasenclever, Carl Friedrich Lessing und Emmanuel Leutze zählten zu den Gründern des „Malkasten“, Adolph von Menzel und Otto von Bismarck zu seinen Ehrenmitgliedern – nicht immer zum Wohlgefallen der Obrigkeit, die im Laufe der Jahrzehnte oft erfolglos versuchte, das freie Denken in diesem Künstlerverein zu beschneiden. Zum Ruf von Düsseldorf als Kunststadt trug zudem ganz entscheidend die Düsseldorfer Malerschule, eine Gruppe von Künstlern, die an der Königlich-Preußischen Kunstakademie ausgebildet wurden und es zu internationaler Reputation brachten.

Von Jazz bis Liedermarathon

So baut das Schumannfest 2002 zwar auf guter alter Tradition auf, ist aber mit seinem Programm voll im Hier und Jetzt angekommen. Das Eröffnungskonzert etwa wird von Till Brönner, Deutschlands Nummer Eins des Jazz, und seiner Band bestritten. Er präsentiert sein neues Album „On Vacation“, wird aber auch eine exklusive Schumann-Bearbeitung zu Gehör bringen. Doch Till Brönner bringt nicht nur seine Trompete mit, es wird auch eine Auswahl seiner Fotografien zu sehen sein.

Getreu dem Motto „Kunst TOTAL“ wird in weiteren Veranstaltungen zu Isabelle Fausts Geigenklängen live gemalt. Chiharu Shiota präsentiert eine interaktive Konzertinstallation in einer Galerie, ihre japanische Kollegin Leiko Ikemura visualisiert ein Symphoniekonzert. Das Klavierduo Herbert Schuch & Gülru Ensari wagt sich mit Düsseldorfer Jugendlichen an das Projekt „Malerschule reloaded“ und unterzieht Bilder der Düsseldorfer Malerschule einer szenisch-musikalischen Transformation. Studierende der Robert Schumann Hochschule und der Kunstakademie Düsseldorf bestreiten gemeinsam einen Schumann-Liedermarathon. Schumann & Co hätten garantiert ihre Freude an diesem abwechslungsreichen Festival gehabt!

Bei „Neuland“ treffen sich Kunstpaare

In einer neuen Auflage des 2021 erfolgreich gestarteten Formats „Neuland“ wird überdies im Rahmen des Schumannfests 2022 wieder Musik made in Düsseldorf ins Rampenlicht gerückt. Auch hier geht es nicht nur um Musik, vielmehr treffen Künstlerinnen und Künstler verschiedener Sparten aus Düsseldorf und Umgebung aufeinander und kollaborieren als „Kunstpaar“. Neun kreative Versuchsanordnungen werden sich im Düsseldorfer Artlab präsentieren. Musik trifft Tanz, trifft Bildende Kunst und Fotokunst, trifft Video, Lyrik und Design – eben „Kunst TOTAL“!

http://www.schumannfest.de

Bilder:
Oben: Tonhalle, Foto: Susanne Diesner
Unten: li: Leiko Ikemura, Foto: Mariya Ruinarsdottir / mi: Isabelle Faust, Foto: Felix Bröde /

re: Till Brönner, Foto: Ulla Lommen