02.-18.09.2022 Lichtfestival Schloß Dyck

Im Rahmen der Gesamtkonzeption des niederländischen Lichtkunst-Spezialisten Lumen in Art sorgen renommierte europäische und internationale Lichtdesigner erneut mit ihren inszenierten Kunstwerken für ein außergewöhnliches nächtliches Erleben des Schlossparks. Flammschalen weisen den Weg zu den insgesamt 14 illuminierten Spielorten.

Eine Sache der Perspektive
Den Auftakt für’s Lichtwandeln bildet „Digital Depth Drawing“, ein audio-visueller Spielort auf Höhe des englischen Teehauses. Er spielt mit der Beziehung zwischen Publikum, Perspektive, Licht, Schatten und Umgebung und reagiert auf Raum und Klang. Dabei werden räumliche Verzerrungen provoziert. Weiter geht es durch den Asia Garten, dessen harmonische Schönheit so ins Licht gerückt wird, dass eine wunderschöne Kulisse wie in der japanischen Malerei zum Leben erwacht und neue Aspekte des „Subarashi teien“, des „wunderschönen Gartens“ entdeckt werden können.

Auch bei „Walking through the Canvas“ steht die Malerei Pate. Hier verwandelt sich die wunderschöne natürliche Umgebung von Schloss Dyck in eine Leinwand, auf der Künstler ihre Gemälde ausstellen können. Dabei wird jeder, der diese Leinwand beim nächtlichen Licht-Wandeln betritt, Teil dieser Gemälde und bringt so sprichwörtlich Bewegung ins Bild. Statisch wird es erst wieder, wenn niemand mehr ins Bild tritt.Im Wald wiederum kann man dem Mond, der sich jedes Jahr weitere zehn Zentimeter von der Erde entfernt, dank „Loua“ noch einmal so richtig nah sein, bevor es auf eine schier endlose Reise durch einen lichtgestalteten „Twisting Tunnel“ geht. Statt des wohlbekannten Tunnelblicks macht er viele verschiedene visuelle Perspektiven erlebbar.

Mein Freund, der Baum
Was wäre der Englische Landschaftsgarten von Schloss Dyck ohne seine Bäume? Entsprechend stehen Bäume mit ihren Silhouetten als „Lebendiger Wald“ im Rampenlicht des Geschehens an einem der Spielorte – eine wohlverdiente Hauptrolle, sind sie doch unverzichtbar für das Gleichgewicht in der Natur und das Wohlsein aller Lebewesen dieser Erde.

Bei der Barockbrücke wiederum hat sich ein Trüppchen „Tratschender Bäume“ zu einer Tea Party versammelt. Über wen reden sie denn? Aufmerksames Lauschen ist durchaus erwünscht!

Licht-Wandeln: mal mystisch, mal märchenhaft, mal realitätsnah
Lichtkunst verwandelt das Hochschloss in ein „Magicastle“, das mit atmosphärischer Musik und Klängen zu einer epischen Reise in die Welt der Märchen einlädt. Hängende Petunien, lateinisch „Surfina“, dienten als Inspiration für das gleichnamige Kunstwerk, in dem Petunien-förmige Lichtblüten wie der Zauberer Merlin die Bäume verzaubern, die man auf dem Weg bewundern kann.

Oft schon sind Menschen ahnungslos an einem Spielort vorbeigegangen, der endlich auch einmal in den Fokus rückt. Sind die „Gespenstigen Wellen“ dort Spuk oder umfängt uns nur neblige Schönheit?

Der Weg führt hinaus aus dem Wald, hin zur Gräfte, wo „Neptun“ in seiner meeresgöttlichen Weise das Problem Plastik in seinem Element thematisiert. Nach dem Motto „They were here – Sie waren hier“ wandern an anderer Stelle leuchtende, fast immaterielle Figuren aus längst vergangenen Zeiten durch den nächtlichen Park.

Verbinden und trennen – die Struktur der Lichtinstallation „Rhizom“ ist ein Spiegelbild unserer gegenwärtigen Gesellschaft und visualisiert die Komplexität zwischenmenschlicher Verbindungen.

Zum krönenden Abschluss des Rundgangs gibt es „hohen Besuch“: Fürstin Constance und Fürst Joseph. Auf der Orangerie-Halbinsel empfangen die Gründer des Englischen Landschaftsgartens von Schloss Dyck ihre späten Gäste. Was mögen sie nach mehr als 200 Jahren Abwesenheit beim Anblick des gegenwärtigen Besucherstroms wohl empfinden?

Hunger, Durst, Lust?
Vielleicht bleibt ja noch Zeit, sich anschließend am gastronomischen Angebot auf dem Schlossgelände zu laben und die Eindrücke bei einem Glas Wein noch einmal Revue passieren zu lassen. Vielleicht hat man sich aber auch gestärkt, bevor’s ans Licht-Wandeln ging, und möchte den erlebnisreichen Abend anschließend bei einem letzten Schlückchen gemütlich ausklingen lassen. Ganz gleich, wie man entscheidet: Für das leibliche Wohl sorgt das gastronomische Angebot auf dem Orangerieparterre, im Restaurant in der Remise oder auf der Terrasse des Hochschlosses.

Termine: täglich vom 2. bis 18. September 2022 zwischen 20 – 24 Uhr
Einlass: 18 bis 23 Uhr
Spielbeginn: bei Einbruch der Dunkelheit

Stiftung Schloss Dyck – Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur Schloss Dyck,
41363 Jüchen

http://www.stiftung-schloss-dyck.de

(Foto: Karin Neddermeyer)