Yayoi Kusama: Eine Retrospektive

Yayoi Kusamas erste institutionelle Retrospektive in Deutschland erstreckt sich über etwa 3000 m² und zeigt fast 300 Werke aus den letzten 80 Jahren. Die Ausstellung mit dem Untertitel A Bouquet of Love I Saw in the Universe umfasst Gouachen auf Papier, akkumulative Skulpturen, Happenings und Modearbeiten sowie jüngste Gemälde und einen neuen Infinity Mirror Room, der neben einer Rekonstruktion ihres ersten, 1965 in New York präsentierten Infinity Mirror Room gezeigt wird.

Michelangelo ganz nah

Mit der Ausstellung "Michelangelo - Der andere Blick" präsentiert das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur/Stiftung Kloster Dalheim ab sofort Michelangelos herausragende Fresken als Reproduktionen. 50 großformatige Darstellungen laden in der Klosterkirche ein, eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte aus der Nähe zu entdecken. Mit 36 Quadratmetern Bildfläche ist Michelangelos berühmte Darstellung des Jüngsten Gerichts die größte in Dalheim präsentierte Reproduktion.

Giorgio de Chirico – Magische Wirklichkeit

Erstmalig ist in Hamburg mit „Magische Wirklichkeit“ eine Ausstellung zu dem italienischen Künstler Giorgio de Chirico (1888–1978) zu sehen, einem der wichtigsten Vorläufer des Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit. Im Zentrum der groß angelegten Schau steht mit der metaphysischen Malerei die bedeutendste Werkgruppe, die de Chirico schuf. Die ikonischen Bilder von sonnendurchfluteten leeren Plätzen, in denen das scheinbar Alltägliche mit einer neuen Bedeutung aufgeladen scheint, wirken heute, in Zeiten der Pandemie, besonders eindringlich und aktuell.

Paradies! Paradies?

Zwischen Krieg und der Sehnsucht nach einer idyllischen Welt – die Arbeiten des Malers August Macke erzählen von Reisen in ferne Länder, dem Zauber des Alltags und einer vermeintlich heilen Welt. Paradies! Paradieszeigt 80 Werke aus allen Schaffensphasen des Bonner Expressionisten – darunter auch 16 Gemälde und Aquarelle, die bereits 1920 im Museum Wiesbaden gezeigt wurden. Ergänzt wird die Schau mit 23 Werken von "Rheinischen Expressionisten", die von Macke inspiriert wurden.

Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde

Paris war vor 1900 der Anziehungspunkt für russische Künstler. Hier begegneten sie den Werken von Claude Monet und Auguste Renoir und ließen sich von den Themen und der Malweise der französischen Impressionisten anregen. Zurück in Russland malten sie en plein air und spürten der Flüchtigkeit des Moments in Portraits der Szenen des russischen Alltags nach. Auch Maler, die später die russische Avantgarde bildeten, entwickelten aus dem impressionistischen Studium des Lichts ihre neue Kunst.

Surrealistisches Rendez-vous: Hans Arp und Salvador Dalí

Wie kaum ein anderer hat es Dalí geschafft, nicht nur durch seine einzigartige Malerei Berühmtheit zu erlangen, sondern auch als Inbegriff des exzentrischen Künstlers zum Star zu werden. Er bringt die Grenze zwischen Hoch- und Popkultur, zwischen Kunst und Alltag zum Einsturz und erreicht so ein breites Publikum. Der Ausstellungsteil im historischen Bahnhof zeigt dieses geniale Selbstmarketing in all seinen Facetten: Dalí als Mythos, Marke und Multimediakünstler.

Daniel Knorr – WE MAKE IT HAPPEN

Daniel Knorr (1968, Bukarest) zählt zu den innovativsten Konzeptkünstlern seiner Generation. Seine ortsspezifischen Installationen sorgten in der Vergangenheit für viel Aufsehen: So ließ er anlässlich der documenta 14 weißen Rauch aus dem Zwehrenturm über Kassel aufsteigen und löste 2005 mit einem leeren Pavillon (European Influenza), mit dem er sein Heimatland Rumänien bei der 51. Biennale in Venedig vertrat, eine politische Debatte aus. Aus heutiger Sicht erscheint der "politisch infektiöse" Biennale Pavillon-Beitrag von damals wie eine subtile Vorahnung der heutigen Corona-Pandemie.