Die „Freundschaftsanfrage“ ist eine Ausstellungsreihe, zu der das Von der Heydt Museum Wuppertal renommierte zeitgenössische Künstler/innen einlud, sich mit den reichhaltigen Beständen des Hauses auseinanderzusetzen.

Markus Karstieß. Freundschaftsanfrage No. 3
Ein Bildhauer, der sich konsequent und innovativ dem archaischen Werkstoff Keramik widmet und verleiht ihm zeitgenössische Aktualität. Seine teils großformatigen Skulpturen sind zugleich glamourös und rätselhaft. Die schillernden Lasuren der Oberflächen wirken malerisch, die Formen sind eigenwillig und teilweise verstörend. Sie changieren zwischen Mensch, Fabelwesen, Figuration und Abstraktion.
Seine Werke treten in unmittelbaren Austausch mit den berühmten Hauptwerken aus der Sammlung zur Kunst der Klassischen Moderne. Karstieß´ Auswahl orientiert sich weniger an einer bestimmten Formensprache, an Epochen oder Kunstrichtungen. Vielmehr wählt er als Gegenüber für seine ungewöhnliche Inszenierung Werke, die ihn selbst berühren und in denen er Parallelen im künstlerischen Ansatz erkennt. Überraschend dabei ist, dass er viele Anknüpfungspunkte in der Malerei, etwa bei Edvard Munch und Paula Modersohn-Becker, findet.
Markus Karstieß wurde 1971 in Haan geboren und hat an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse von Jannis Kounellis studiert. Er hatte Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen im In- und Ausland. Seit 2017 leitet er die Klasse Freie Kunst Keramik am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz.

Guido Jendritzko zum 100. Geburtstag
Vom Bildhauer zum Konzeptkünstler: Das Von der Heydt Museum ehrt Guido Jendritzko (1925 Kirchhain/Niederlausitz – 2009 Wuppertal) anlässlich seines 100. Geburtstags mit einer Ausstellung. Sie gibt Einblick in das umfangreiche und vielseitige Werk des in Brandenburg geborenen und in Berlin ausgebildeten Künstlers und documenta-Teilnehmers. Es reicht von frühen Skulpturen und Grafiken über seine Aktions- und Performancekunst der 1970er Jahre sowie Fotoarbeiten der 1980er Jahre bis zu seinen späten seriellen Arbeiten.
Die Ausstellung verdeutlicht, wie Jendritzko seine Arbeitsweise ab den frühen 1970er Jahren radikal änderte. Er schuf das Genre der „Intimperformance“, das sich um das Verhältnis Mann – Frau drehte. Ab den 1980er Jahren konzentriert sich Jendritzko auf die Fotografie. Groß angelegte Fotoinstallationen thematisieren die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt.
Acht Skulpturen, zahlreiche Tuschezeichnungen und ein umfangreiches Konvolut an Arbeiten mit Fotografie zur Sammlung des Von der Heydt Museums in Wuppertal, wo er ab 1964 lebte und an der Werkkunstschule lehrte. Ergänzt wird die Schau durch zahlreiche Werke aus dem Nachlass, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Dieter Krieg-Preis: Jaana Caspary
Der Dieter Krieg-Preis „Allen Malern herzlichen Dank“ geht 2025 an das Von der Heydt Museum, das damit ein Werk von Jaana Caspary (*1988) erwerben kann. Der Neuzugang wird mit einer Ausstellung gefeiert, die einen Einblick in die Arbeit der Wuppertaler Bildhauerin gibt. Verliehen wird die Auszeichnung von der im Jahr 2004 in München begründeten Stiftung Dieter Krieg, die sich der Wahrung und Vermittlung des Werks des renommierten deutschen Malers widmet (1937–2005).
Jaana Casparys Werke orientieren sich am realen Gegenstand. Abformungen von banalen Objekten des Massenkonsums mit elaborierten Grundformen bilden die Grundlage ihrer Skulpturen, die deren ursprüngliche Form nur noch erahnen lassen. Sie formt den realen Gegenstand ab und überträgt ihn in ein anderes Material, vervielfältigt seine Grundform, spiegelt diese oder ändert die Perspektive. So wird das Objekt aus seinem Funktionszusammenhang gelöst und als abstrakt gelesen.
Jaana Caspary demonstriert das skulpturale Potenzial, das in den Formen, die uns so bekannt sind, steckt. In ihrer Herangehensweise greift sie Traditionen der modernen Skulptur auf und überführt sie in die Gegenwart.
Jaana Caspary wurde 1988 in Wuppertal geboren und arbeitete während Ausbildung und Studium als Assistenz im Atelier von Tony Cragg. 2014 machte sie ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf in der Bildhauerklasse von Prof. Didier Vermeiren. Seitdem hatte sie zahlreiche Gruppen- sowie Einzelausstellungen, zuletzt im Jahr 2023 im Skulpturenpark Waldfrieden, dem Kunstverein Schwäbisch Hall und 2025 in der Galerie der Stadt Lüdenscheid. 2024 erhielt sie den „Artima“-Förderpreis der Art Karlsruhe.
http://www.von-der-heydt-museum.de
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