
Mit der Ausstellung feiert das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) gemeinsam mit der GEDOK das 100-jährige Bestehen des größten deutsch-österreichischen Künstlerinnenverbands. Es werden 15 ausgewählte Positionen der Bildenden und Angewandten Kunst präsentiert, die die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen innerhalb der Gemeinschaft sichtbar machen.
Die in der Ausstellung gezeigten zeitgenössischen Künstlerinnen und Designerinnen arbeiten in verschiedenen Medien und repräsentieren damit die Vielfalt der in der GEDOK vertretenen Gestaltungsdisziplinen – von Malerei über Grafik, Video, Keramik, Textil und Schmuck.
Die Auswahl von Künstlerinnen zeigt exemplarisch künstlerische Strategien, die eine vielfältige, interdisziplinäre Generation der Gegenwart mit zentralen Themen wie Nachhaltigkeit, Körperbilder und gesellschaftliche Auseinandersetzung prägen. Filigrane Materialarbeit verbunden mit sozialem Engagement eröffnet neue Perspektiven auf Vergänglichkeit und Stärke, immersive Installationen schaffen sinnliche Erfahrungsräume, eine feinsinnige Bildsprache lotet Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur aus und lädt zu einer tiefgehenden Umweltreflexion ein.
Ergänzt wird die Gruppenausstellung durch einen Film über die Kunstmäzenin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel, die 1926 die GEDOK in Hamburg gründete. Mit ihrer visionären Idee, künstlerisch tätige Frauen zu fördern und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, legte sie den Grundstein für eine bis heute aktive und europaweit bedeutende Künstlerinnen-Community.






Die GEDOK wurde 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ in Hamburg von der Mäzenin Ida Dehmel (1870–1942) gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Frauen im Kunstbetrieb noch deutlich benachteiligt: Akademien öffneten sich nur zögerlich für Studentinnen, Ausstellungs- und Fördermöglichkeiten blieben meist Männern vorbehalten. Mit der GEDOK schuf Dehmel ein einzigartiges Netzwerk, das Künstlerinnen Sichtbarkeit und Unterstützung bot. Hamburger Malerinnen Anita Rée (1885–1933), Alma del Banco (1862–1943) und Gretchen Wohlwill (1878–1962) zählten ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, unter ihnen die Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867–1945), die Schriftstellerinnen Ricarda Huch (1864–1947) und Else Lasker-Schüler (1869–1945). Sie alle prägten als Mitglieder die Ausrichtung der Gemeinschaft.
Während des Nationalsozialismus wurde die GEDOK gleichgeschaltet, jüdische Künstlerinnen ausgeschlossen und Ida Dehmel selbst aus der Organisation gedrängt. Dennoch überdauerte die Idee und wirkt bis heute nach. Die Gemeinschaft setzt sich für die geschlechtergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens ein, darunter Bildende, Angewandte und Darstellende Kunst, Musik, Literatur sowie interdisziplinäre Tätigkeiten. Darüber hinaus bietet die GEDOK Beratung für junge Künstlerinnen an, veranstaltet Kunstprojekte, Wettbewerbe, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Symposien und veröffentlicht unter anderem Kataloge, Dokumentationen und Anthologien.
TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN: Henrike Altes, Corinna Bernshaus, Renata Brink, Karin Camara, Claudia A. Cruz, Ekaterina Ezhkova, Carola Faller-Barris, Simone Fezer, Iris Hoppe, Eugenia Jäger, Nina Annabell Märkl, Ingrid Mohr, Simone ten Hompel, Astrid Weichelt, Soomee Yu.
Ausstellung bis 29.03.2026, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
http://www.mkg-hamburg.de
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