
Mit dieser Ausstellungsreihe widmet sich das Museum Gunzenhauser, Kunstsammlungen Chemnitz im Jahr 2026 dem Thema Essen in der Kunst. Weit über seine Funktion als alltägliches Konsumgut hinaus avanciert Essen in der Kunst zu einer künstlerischen wie zeithistorischen Dokumentation menschlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse. Es wird zum Bedeutungs- und Bildträger gesellschaftspolitischer Diskurse, sozio-ökonomischer Verhältnisse, sozialer Ordnungen, kultureller Codierungen, interkultureller Vielfalt sowie von Machtverhältnissen.
Den Auftakt der dreiteiligen Reihe bildet die Ausstellung Feinkunsthalle. Angelehnt an die räumlichen Strukturen eines Einkaufsladens präsentieren die Ausstellungsräume der Feinkunsthalle eine Vielzahl künstlerischer Darstellungen von Nahrungs- und Genussmitteln aus den Kunstsammlungen Chemnitz. Von der hauseigenen Bäckerei über die Obst- und Gemüseabteilung, entlang der Fleischtheke bis hin zu den Kaugummis an der Kasse zeigt die Ausstellung epochenübergreifend vielfältige künstlerische Darstellungen von Essen.
Als existenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens findet sich das Motiv des Essens seit jeher vielschichtig in der Kunstgeschichte wieder. Vom Stillleben als primärem Genre der Essensdarstellung über Essensdiskurse der 1920er Jahre, in denen vegetarische und vegane Lebensweisen an Bedeutung gewannen, bis hin zu Darstellungen von Mangel und Entbehrung in Krisenzeiten treten historische und zeitgenössische Werke hier in einen Dialog über Essen als kulturelles, wirtschaftliches und gesellschaftliches Produkt.
Die Ausstellung fragt nach der Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst: Welche Geschichten lassen sich anhand von Essensdarstellungen erzählen? Welche Produkte wurden zu bestimmten Zeiten konsumiert – und auf welche Weise? Was lässt sich daraus über gesellschaftliche und historische Zusammenhänge ablesen?


Neben Stillleben und Genremalereien des 19. Jahrhunderts, präsentiert die Ausstellung Werke der klassischen Moderne von Künstler/innen wie Karl Schmidt Rottluff, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker und Otto Dix.
Darüber hinaus werden selten gezeigte Arbeiten aus den Sammlungen zu sehen sein, etwa von Kurt Teubner, Martha Schrag und Volker Beier. Zeitgenössische Positionen erweitern die Ausstellung um aktuelle Sichtweisen. Künstler/innen aus Chemnitz wie Jan Kummer und Osmar Osten, Sophie Schmidt und Marie Lynn Specker bringen mit Gemälden, Hinterglasmalereien, Videoarbeiten und Plastiken gegenwärtige Fragestellungen ein.

07.03. – 14.06.2026 Mahlzeit!
Das Museum Gunzenhauser widmet mit drei Ausstellungen ein ganzes Jahr dem Thema Essen. Essen ist lebensnotwendig – wir alle essen, trinken, verdauen. Aber Essen ist mehr: Es verbindet Kultur, Religion und Identität. 2026 sagen wir Mahlzeit.
07.03. – 14.06.2026 Feinkunsthalle
Angelehnt an die räumlichen Strukturen eines Einkaufsladens können Sie in den Ausstellungsräumen der Feinkunsthalle die delikatesten Nahrungs- und Genussmittel aus den Kunstsammlungen Chemnitz entdecken.
04.07. – 01.11.2026 Serving Gender
Die zweite Ausstellung thematisiert die Zusammenhänge von Geschlechterrollen und Essen und präsentiert Kunstwerke, die epochenübergreifend Arbeit und Fürsorge, Körper und soziale Rollen mit dem Zubereiten und Verteilen von Nahrung verknüpfen und lädt dazu ein, visuelle Erzählungen aus feministischer Perspektive neu zu lesen.
27.11.2026 – 04.04.2027 Zu Tisch
Der dritte Ausstellungsteil widmet sich den sozialen und kulturellen Aspekten des Essens in der Kunst: gesellige Momente, soziale Situationen, gemeinschaftliche Zusammenhänge sowie kulturelle Traditionen, Feste und Rituale. Im Fokus steht die Frage, wie sich Kultur rund um Essen und Trinken formiert und ab wann Essen selbst zu einem kulturellen Phänomen wird.
Museum Gunzenhauser, Kunstsammlungen Chemnitz
http://www.kunstsammlungen-chemnitz.de
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