
Das Vitra Design Museum präsentiert die niederländische Designerin Hella Jongerius. Ihre Arbeiten reichen von Textilien, Möbeln und Keramik bis hin zu Raumgestaltung. Aber auch ihr künstlerisches Werk wird weltweit ausgestellt. Das umfangreiche Archiv ihres bisherigen Schaffens übergibt sie nun dem Vitra Design Museum, das gemeinsam mit der Designerin die erste Retrospektive ihres Werks erarbeiten wird.
Von frühen experimentellen Arbeiten über ikonische Produkte bis hin zu den skulpturalen Keramiken der jüngsten Zeit bietet die Ausstellung einen tiefen Einblick in das faszinierende Universum von Hella Jongerius. Unter den Exponaten sind Möbel, Textilien, Keramiken, Skizzen, Prototypen und Filme, darunter etliche Projekte, die Jongerius in Zusammenarbeit mit Firmen wie Maharam, KLM, Camper, IKEA und Vitra oder Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York entwickelte.
Wie gestaltet man für eine Welt, die eigentlich schon genug hat? Welche Dinge fördern Wertschätzung und Achtsamkeit statt Konsum und Wegwerfkultur? Diese Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung. Als Mitglied des Kollektivs Droog Design distanzierte sie sich bereits zu Beginn ihrer Laufbahn in den 1990er-Jahren von der damals dominierenden Ausrichtung des Designs an den Anforderungen des Marktes und der Massenproduktion.
Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Materialien und Techniken, Dekoration und Farbe aus; hinzu kommen kritische Überlegungen zur Designpraxis. Dabei betont Jongerius, dass man keine Scheu davor haben dürfe, sich die Hände schmutzig zu machen: Nur so würden die Werkstoffe mit ihren wandelbaren Eigenschaften, ihrer Produktionsgeschichte und ihrer Bedeutung wirklich begreifbar und man lerne, Fehler zu akzeptieren und Grenzen zu überschreiten.




Die unkonventionelle Herangehensweise wurde zur Grundlage vielfältiger Forschungsprojekte und ikonischer Industriedesigns sowie einer Reihe von Themenausstellungen, Manifesten und Publikationen, in denen Jongerius die herkömmliche Designpraxis hinterfragt. Ihre Auseinandersetzung mit traditionellen Handwerken führte Jongerius außerdem zur Wiederentdeckung der Erzählmacht dekorativer Elemente und des Potenzials von Farben und Textilien im Design.




Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums, erläutert: „Hella Jongerius und Vitra verbindet eine lange Zusammenarbeit. Auch aus der Museumsperspektive verfolgen wir das Schaffen dieser wunderbaren Künstlerin und Designerin schon seit vielen Jahren. Durch die Eingliederung ihres Archivs in das Vitra Design Museum wird dieser einzigartige Schatz für zukünftige Generationen erhalten und ist obendrein der Forschung zugänglich. In unserem Museum wird das Jongerius Archiv zusammen mit anderen Archiven und Sammlungen von Designerinnen und Designern wie Charles & Ray Eames, Alexander Girard und Verner Panton bewahrt, was die Untersuchung interessanter Querverweise und Parallelen in der Geschichte des Designs ermöglicht.“
Ausstellung bis 06.09.2026, Vitra Design Museum, Weil am Rhein,
http://www.design-museum.de
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