Civilization – Unser Leben im Fokus

Heute leben mehr Menschen auf der Erde als je zuvor. Diese Ausstellung zeigt in eindrücklichen Fotografien die Vielfalt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede heutiger Gesellschaften. Über 100 Fotografen und Fotografinnen rückten im Museum für Gestaltung Zürich zentrale Ereignisse, Erfindungen und Erfahrungen unserer Zivilisation ins Bild – und zeigen, was die Menschen miteinander verbindet: Fortschritte und Freiheiten, Konventionen und Krisen.

Rund 250 Bildern zeigen ein facettenreiches Porträt der vergangenen 30 Jahre auf mit Bildern, überall auf der Welt aufgenommen und interpretiert. Eine rasant entwickelnde Zivilisation baut auf den Entdeckungen und Erfindungen früherer Kulturen auf – und hat viele davon vereinnahmt. Gleichzeitig entstehen fortlaufend neue Innovationen aus Wissenschaft und Technologie, die das menschliche Leben verlängern können, während andere Lebensformen verschwinden.

Diese Ausstellung vereint dokumentarische Projekte mit künstlerischen Inszenierungen zu einer eindrücklichen Momentaufnahme des Zustands der Welt – mit überraschenden Motiven, die uns für gewöhnlich verborgen bleiben.

In neun thematischen Kapiteln richteten die Fotografen und Fotografinnen ihre Linsen auf das Weltgeschehen. Sie beleuchten nicht nur prägende Aspekte von Gesellschaft und Kultur – etwa Familie und Freizeit, Arbeit oder Konsum – sondern sie befassen sich auch mit deren Schattenseiten: von Entfremdung und Kriminalität bis hin zu Umweltverschmutzung, sozialem Zerfall und Krieg.

Die assoziative Zusammenstellung der abwechslungsreichen und überraschenden Werke wertet nicht, sondern will informieren, unterhalten und inspirieren. Sie lädt die Betrachtenden ein, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede nachzudenken, und regt einen offenen Dialog an. Neben renommierten Künstlern und Künstlerinnen wie Candida Höfer, Thomas Struth, Edward Burtynsky und der Zürcher Künstlerin Ruth Erdt, sind auch junge Schweizer Positionen vertreten, darunter Tim Rod und Claudia Schildknecht.

Diese Ausstellung wurde von der Foundation for the Exhibition of Photography (FEP), Minneapolis/Paris/Lausanne, und dem National Museum of Modern and Contemporary Art of Korea in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gestaltung Zürich koproduziert.

Ausstellung bis 19.07.2026,
Museum für Gestaltung, Zürich
http://www.museum-gestaltung.ch

Bilder:
Oben li: Construction of the Burj Khalifa Tower, Dubai aus der Serie Datazone. Bau des aktuell mit 828 Metern höchsten Gebäudes der Welt. Die Entwicklung von Dubai vom Fischerdorf zur Metropole war vor allem durch die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte aus ärmeren Regionen der Welt möglich. 2008, (Foto: Philippe Chancel, courtesy Gallery Mélanie Rio Fluency)
Oben re: Carpoolers. Arbeiter/innen in Mexiko fahren in offenen Ladeflächen von Pick-ups zur Arbeit – ein stilles Zeugnis für die Folgen ungebremster Vorstadterweiterung und fehlender öffentlicher Verkehrsanbindung. 2011–2012 (Foto: Alejandro Cartagena)
Mitte: v.li.n.re.: Trapped – sub-divided. Die vierköpfige Familie Leung hat ihr Leben in Hongkong auf unter fünf Quadratmetern organisiert, 2012 (Foto: Benny Lam). Die Fotografien von Benny Lam werden von der Hongkong Society for Community Organisation genutzt, um die Öffentlichkeit und die Regierung für Probleme wie städtische Slums und unzureichende Wohnverhältnisse zu sensibilisieren. Konzept von Kwong Chi Kit und Dave Ho / Architecture of Density. Hongkong ist eine der am dichtesten besiedelten Metropolregionen der Welt. Der Großteil der Einwohner/innen lebt in Hochhäusern, die bis zu 10.000 Menschen beherbergen können. 2006 (Foto: Michael Wolf, courtesy of M97 Shanghai) / Work, Work, Work. Im Zentrum sitzt der Star-Architekt Ole Scheren umgeben von seinen Mitarbeitenden. Die Tröpfe, an denen sie hängen, weisen auf den bevorstehenden Burnout hin; trotzdem wird unter hohem Zeitdruck am nächsten Prestige-Bauwerk gearbeitet, 2012 (Foto: Wang Qingsong)
Unten: v.li.n.re.: Point 660, 2, 08/2008 67°09’04’’N, 50°01’58’’W, Altitude 360M aus der Serie Above Zero. Tourist/innen in der Arktisregion, die von gut geheizten Kreuzfahrtschiffen aus, kurze Ausflüge auf das Eis unternehmen. 2008 (Foto: Olaf Otto Becker) Harrodsburg. Der Fotograf zeigt in unbequem greller Intimität die Konsumgewohnheiten von Superreichen in London. 2016 (Dougie Wallace / INSTITUTE)