
Jedes Jahr am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond lässt man in Lügde, der Tradition der Väter folgend, bei Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr sechs brennende Räder vom Osterberg ins Tal der Emmer hinabrollen.
Von einem außerhalb des historischen Stadtkerns liegenden Hügel, dem Osterberg, werden brennende, mit Stroh gestopfte Eichenräder heruntergerollt. Das Stroh wird aus einer eigens angebauten alten langhalmigen Roggensorte gewonnen und in traditioneller Art und Weise in die Räder eingeflochten. Die Ernte des speziellen Langhalmroggenstrohs mit historischen Maschinen ist der erste Schritt der Vorbereitungen. Das gemeinsame Dreschen des Getreides gehört ebenso dazu. Mit dem Wässern der Räder im Fluss Emmer beginnt dann der engere Brauchkomplex: um das Holz selbst vor dem Verbrennen zu schützen, werden die Räder fünf Tage lang in der direkt an Lügde vorbeifließenden Emmer gewässert. Am Karsamstag werden die Räder im Beisein des Publikums aus dem Fluss geholt.
Der Ostersonntag als Höhepunkt beginnt mit einem Konzert des Spielmannszuges. Bei einem Umzug durch die Stadt werden die Räder, befestigt auf pferdebespannten Wagen, den Menschen der Stadtgemeinschaft präsentiert. Anschließend werden sie auf den Osterberg transportiert. Dort findet das kunstvolle Stopfen der Räder statt. Kanonenschüsse kündigen jeweils die fertige Vorbereitung eines Rades mit Stroh und einer Balancierstange an. Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Räder eines nach dem anderen in Brand gesetzt und den Berg hinabgerollt. Erreicht ein Rad die Auslaufzone am Fuß des Berges wird dies mit einem Tusch und lauten Rufen der Zuschauer honoriert. Ein Feuerwerk rundet die Veranstaltung ab.
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