
Die Städtische Galerie Dresden präsentiert Otto Altenkirchs Kunstwerke aus der Zeit von 1899 bis 1944, darunter auch Aquarelle und Bühnenbildentwürfe aus Altenkirchs Tätigkeit als Hoftheatermaler. Er wurde auch als der „sächsische Liebermann“ bezeichnet.
Warum war Altenkirch nicht ebenso bekannt wie etwa die sächsischen Spätimpressionisten Gotthardt Kuehl oder Robert Sterl? In Dresden haben sich der Restaurator Frank Petrasch und seine Familie intensiv für die Würdigung von Altenkirchs Malerei eingesetzt. Maria Petrasch veröffentlichte 2005 das Werkverzeichnis der Gemälde Altenkirchs.
Otto Altenkirchs Werke waren fast ausschließlich auf die Landschaftsmalerei zentriert. Charakteristisch für seine künstlerische Haltung war die Vorliebe, Motive in unterschiedlichen tages- und jahreszeitlichen Erscheinungsformen immer wieder zu bearbeiten. Die Wandelbarkeit der Landschaftseindrücke beschäftigte ihn ein Leben lang. In seinen Studienjahren hatte er sich die Pleinair-Malerei erarbeitet – fast sein gesamtes Werk entstand direkt vor den dargestellten Motiven.
Stilistisch fand er im Umfeld der Goppelner Gruppe und der von spät impressionistischen Malern geprägten Dresdner Kunstakademie zu einer lockeren Malweise, bei der jedoch das Bildmotiv immer im Fokus blieb. Für die Arbeit im Freien machte er sich einen speziellen Farbauftrag mit der Spachtel zu eigen. Altenkirch schuf etwa 2300 Landschaftsgemälde, von denen heute noch etwas mehr als 500 lokalisierbar sind.


Otto Altenkirch wurde 1875 im brandenburgischen Ziesar als Sohn eines Sattlermeisters geboren. Nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler schrieb er sich an der Berliner Hochschule für bildende Künste ein und studierte ab 1900 in der Landschaftsklasse von Eugen Bracht. Als sein Lehrer an die Dresdner Kunstakademie wechselte, folgte ihm Altenkirch und setzte sein Studium hier fort.


1906 ließ er sich als freischaffender Maler in Dresden nieder und entdeckte nur wenig später den Dresdner Heller für seine Pleinair-Malerei. Schon während des Studiums hatte er sich in gleicher Weise die Gegend um Siebenlehn erschlossen. Von 1910 bis 1920 war er als Hoftheatermaler tätig und zog sich anschließend nach Siebenlehn zurück, um sich von dort aus bis zu seinem Lebensende ganz der Landschaftsmalerei zu widmen. Bis Ende der 1930er Jahre beteiligte sich Altenkirch landesweit an zahlreichen Ausstellungen in Museen, Kunstvereinen und privaten Galerien, u. a. in München, Hamburg und Berlin. 1945 verstarb der Künstler in Siebenlehn.
Viele der in dieser Ausstellung vorhandenen Objekte stammen aus dem Besitz privater Sammler, museale Leihgaben kommen aus dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen, der Bischofsresidenz Burg Ziesar und der Altenkirch-Ausstellung in Siebenlehn.


Ausstellung bis 27.09.2026, Städtische Galerie Dresden
http://www.galerie-dresden.de
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.