Horst Antes: Eine Sammlung

Das Sprengel Museum Hannover widmet einem der bedeutendsten Vertreter der neuen Figuration in Deutschland eine umfassende Schau: Horst Antes, geboren 1936 in Heppenheim, zählt seit den 1960er-Jahren zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegskunst. Seine ikonischen „Kopffüßler“ und späteren Haus-Archetypen machten ihn international bekannt.

Rund 80 Gemälde von den frühen 1960er-Jahren bis in die Gegenwart geben einen konzentrierten Einblick in das vielschichtige Œuvre von Antes. Die Präsentation hat Kurator Reinhard Spieler in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelt. Sie greift die Anmutung eines Ateliers auf und eröffnet neue Perspektiven auf die formale Strenge und die konzentrierte Bildwirkung seiner reduzierten, oft frontal gesetzten Figuren, deren Bildsprache in radikal reduzierter Form Fragen nach Identität, Körper und Raum verhandelt.

Die Schau bietet einen unkonventionellen Zugang zu Horst Antes’ Werk. Die Hängung orientiert sich an einer Werkstattinstallation: Einige Gemälde sind hoch an einer oberen Linie der Ausstellungshalle ausgerichtet, andere hängen ungewöhnlich tief, dazwischen finden sich Arbeiten auf Augenhöhe. Die gesamte Anordnung erinnert an Antes’ Atelier, in dem Werke sowohl an der Wand hängen als auch auf dem Boden stehen. Durch die ungewöhnliche Präsentation werden die Betrachtenden veranlasst, sich anders als üblich im Raum zu bewegen, um die Arbeiten vollständig zu erfassen.

Ausstellung bis 05.07.2026, Sprengel Museum Hannover,
http://www.sprengel-museum.de

Bilder:
Oben: Paar, 1965, Ei-Öl-Tempera auf Leinwand, Sprengel Museum Hannover, Vermächtnis Wolf und Ursula Hermann; VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Unten: Rotmaskierte Figur (nach Ludwig Richter), 1965/1966, Sprengel Museum Hannover, Kunstbesitz der Landeshauptstadt Hannover; VG Bild-Kunst, Bonn 2026