
In Jamaikas quirliger Hauptstadt Kingston wurde die Wirkung, die die Verschönerung öffentlicher Räume hat gern unterschätzt. Dabei können durchdacht gestaltete Umgebungen das Wohlbefinden der dort Lebenden positiv beeinflussen. Nirgendwo wird dies deutlicher als in Downtown Kingston, wo gerade ein lebendiges Kunstviertel entsteht. Durch den Einsatz der Non-profit-Organisation Kingston Creative wurden dort teils heruntergekommene Gebäude in Träger für Kunstwerke verwandelt.

Zu dieser Verwandlung trägt auch das kürzlich enthüllte Werk „Secrets of the Sea“ bei – ein auffälliges Wandgemälde, das nicht nur wegen seines Motivs Aufmerksamkeit erregt, sondern auch wegen des Künstlers dahinter: Keddan Savage, ein gebürtiger Kingstoner, der sich in den letzten zwei Jahren zu einer wichtigen Stimme in der künstlerischen Entwicklung der Stadt entwickelt hat.
Der Wandmaler und Künstler ist weitgehend Autodidakt und entwickelte sein Handwerk durch Beobachtung, Übung und Beharrlichkeit. Seine Einflüsse reichen von traditionellen bis zu zeitgenössischen Künstlern, insbesondere solchen, die visuelles Storytelling nutzen, um Kultur und Identität zu erforschen. Er arbeitet mit verschiedenen Medien, konzentriert sich jedoch seit 2023 zunehmend auf die Wandmalerei, so auch mit der Arbeit „Unity“. Angezogen ist er von Größe und ökologischen Wirkung dieser Kunstform– nicht zur Verschönerung öffentlicher Räume, sondern auch weil diese visuellen Geschichten die Menschen auf direkte und nachhaltige Weise ansprechen.

Savages neuestes Projekt, das eindrucksvolle Wandbild „Secrets of the Sea“, erkundet Jamaikas komplexes maritimes Erbe und regt gleichzeitig zum Nachdenken über die Unterwasser-Kulturgeschichte der Insel an – und über deren Schutz. Im Auftrag des Maritime Archaeological Trust entstand dieses Werk in Zusammenarbeit mit Kingston Creative und der Unterstützung der UNESCO, des Ministeriums für Kultur, Gender, Unterhaltung und Sport sowie der Rechtsanwaltskanzlei Myers Fletcher & Gordon.
Für Savage lag der Schwerpunkt bei „Secrets of the Sea“ darauf, den jamaikanischen Blick einzufangen, sowohl in der Darstellung – „indem Männer, Frauen und People of Colour gezeigt werden“ – als auch in der Reflexion der tiefen Verbindung der karibischen Insel zum Meer, das sowohl lebensspendend ist als auch von der komplexen kolonialen Geschichte geprägt wurde. Er sagt: „Da ich in der Karibik aufgewachsen bin, ist das Meer ein großer Teil unseres Lebens. Diese Verbindung wollte ich einfangen.“
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