
Das Museum Schloss Moyland widmet dem 95-jährigen Maler, Schauspieler und Musiker Armin Mueller-Stahl eine Einzelausstellung, in Kooperation mit der Kunsthalle Emden und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zur Würdigung seines vielschichtigen Œuvres. Ziel der Ausstellung ist, die Künstlerpersönlichkeit und deren Schaffen anhand einiger exemplarisch ausgewählter Themen- und Werkblöcke darzustellen. Neben den oft hochpolitischen Werken des Künstlers werden zahlreiche Eindrücke seines filmischen und schauspielerischen Schaffens in der Ausstellung zu erleben sein.
Die Ausstellung bietet Einblicke in die Biografie von Armin Mueller-Stahl. Ein Zeitstrahl vermittelt die Lebensereignisse, die historischen Begebenheiten, wichtige Ausstellungen sowie die Bücher und Filmografie des Künstlers.

Im Entrée zur Ausstellung finden sich neben Selbstporträts einige von Künstlerkollegen aufgenommene fotografische Porträts. Ein kurzer Einleitungstext führt in die künstlerische Entwicklung und die verschiedenen von Mueller-Stahl bevorzugten künstlerischen Techniken ein.
Ein zentrales Thema der biografischen und historischen Auseinandersetzung ist für den Künstler das ehemalige DDR-Regime und dessen Auswirkungen auf das alltägliche Leben.
Mueller-Stahls Beziehung zur DDR war ambivalent. So spielte er zum Beispiel in Filmen mit, die den gerade erfolgten Bau der Berliner Mauer als gerechtfertigt darstellten und begann seine Schauspielkarriere 1960 mit dem Vierteiler „Flucht aus der Hölle“, in welchem er aus der BRD in die DDR flieht. In „… und deine Liebe auch“ von 1962 spielte er den Kommandeur einer DDR-Betriebskampfgruppe, der seinen Bruder an der Berliner Mauer mit der Waffe daran hindert, in den Westen zu fliehen. Mueller-Stahl wurde fünfmal in Folge zum beliebtesten Schauspieler der DDR gewählt.
Nachdem er im Jahr 1976 eine Unterschriftenaktion gegen die Ausbürgerung des regimekritischen Liedermachers Wolf Biermann unterstützt hatte, war es ihm nicht mehr möglich, im offiziellen DDR-System als Schauspieler zu arbeiten.

1980 wurde seine Ausreise genehmigt. Fortan wirkte Mueller-Stahl in westdeutschen Filmproduktionen mit.1984 zog er mit seiner Familie nach Schleswig-Holstein. Kaum des Englischen mächtig, entschloss sich Mueller-Stahl Ende der 1980er Jahre zu einem weiteren Neubeginn in den USA, wo die Filmindustrie ihn willkommen hieß.
Große Erfolge in Hollywood-Produktionenprägen bis heute das Leben und die Wahrnehmung des Künstlers. Die Ausstellung stellt Mueller-Stahls Kunstwerke (und Filmausschnitte), die sich mit den Gegebenheiten in der DDR, der BRD und in den USA befassen, in einen spannenden Dialog.

Derzeit arbeitet Armin Mueller-Stahl an einer Reihe von gemalten und gezeichneten Arbeiten auf Papier zu seinen unterschiedlichen Filmrollen. In einer Mischtechnik flüssiger und pastös aufgetragener Farben auf Papier widmet sich der 95-jährige Künstler den Erinnerungen an seine schauspielerischen Tätigkeiten. Mit teils gestischen Farbverläufen wirken diese neuen Gemälde vielfach unmittelbar emotional und atmosphärisch.
Zur Ausstellungseröffnung war Armin Mueller-Stahl mit Ehefrau Gabriele aus Sierksdorf angereist. Begrüßt wurden sie u.a. von Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ausstellung bis 20.09.2026
Schloss Moyland, Bedburg-Hau,
http://www.moyland.de
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