Museum Wiesbaden: Feininger, Münter, Modersohn-Becker

Im ausklingenden Jubiläumsjahr erzählt eine großangelegte Ausstellung zur „Klassischen Moderne“ des Museums Wiesbaden die Geschichte ihrer Sammlung. Zugleich werden anhand der 105 Kunstwerke (Gemälde und Skulpturen) die wesentlichen Schritte in der Entwicklung der deutschen Avantgarde nachvollzogen: ausgehend vom expressiven Impressionismus zu Beginn des Jahrhunderts über den deutschen Expressionismus mit seinen prägenden Künstlergruppierungen in München und Berlin bis hin zu neu sachlichen Tendenzen in den 1920- und 1930er-Jahren.

Wiedereröffnung des B.C. Koekkoek-Haus – Museum der Romantik

Er gilt als einer der wichtigsten niederländischen Maler des 19. Jahrhunderts neben Vincent van Gogh – doch sein Zuhause war jahrzehntelang in Kleve. Ab Sonntag, 31. August 2025, ist der langjährige Wohn- und Schaffensort des bedeutenden Landschaftsmalers Barend Cornelis Koekkoek, das B. C. Koekkoek-Haus in Kleve, wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Zweieinhalb Jahre lang hatte die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege – Eigentümerin seit 1997 – das Museum sanieren lassen.

Edvard Munch – Angst

Die Kunstsammlungen am Theaterplatz in Chemnitz präsentierte eine Ausstellung mit Werken von Edvard Munch (1863–1944), in deren Zentrum das Gefühl der Angst steht. Unter dem Motto »C the Unseen« wird Angst als gesellschaftliches Tabu sichtbar gemacht und in einen Dialog mit zeitgenössischen Positionen gebracht. Angst als Grundemotion ist ein überlebensnotwendiges Gefühl. Sie kennt keine sozialen Grenzen und betrifft alle Gesellschaftsgruppen. Munchs existenzielle Bildwelten treffen in der Ausstellung auf Werke u. a. von Marina Abramović, Neo Rauch und Paula Rego – und eröffnen neue Perspektiven auf ein Gefühl, das aktueller nicht sein könnte.

Katharina Grosse – Wunderbild

Mit »Wunderbild« verwandelte Katharina Grosse die 3.000 qm große Halle für aktuelle Kunst in ein raumgreifendes Kunstwerk, das Malerei, Skulptur und Architektur verbindet. Mit einer Länge von über 60 Metern präsentiert sich das »Wunderbild« als imposante Enfilade von Gemälden auf losen Stoffbahnen, die an zwei Seiten von der Decke herabhängen. Ursprünglich für den Messepalast der Nationalgalerie Prag entwickelt, hat die Künstlerin die monumentale Installation für die Deichtorhallen Hamburg neu inszeniert und um eine eigens für die Ausstellung entwickelte Soundkomposition von Stefan Schneider ergänzt.

Welt, wohin? ZERO und die Gegenwart

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Ausstellung im Malkasten Düsseldorf vereint charakteristische Werke der Düsseldorfer ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker und ihres Umfelds mit Arbeiten junger Künstler/innen, die heute im Geiste von ZERO erproben, welche neuen Möglichkeiten sich für die Kunst bieten. Werke aus den 1950er bis frühen 1980er Jahren treffen auf Arbeiten, die erst jüngst entstanden sind. So zeigt sich in dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Zeitebenen und Positionen, welche Strahlkraft ZERO auch heute noch ausübt.

Die frühen Jahre – Marc Chagall

Eine Ausstellung im Museum K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt bis 20. August 2025 rund 120 Gemälde und Papierarbeiten aus allen Schaffenszeiten von Marc Chagall. Der russisch-französische Maler ist ein Ausnahmetalent der Moderne und zählt zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine fantastisch-poetischen Bildwelten und deren Motive sind bis heute rätselhaft, deren intensive Farbigkeit außergewöhnlich.

Will McBride – Die Berliner Jahre

Diese Ausstellung setzt die Reihe der Foto-Ausstellungen im Bröhan Museum fort. Sie antwortet auch unmittelbar auf die Schau „Berlin in einer Hundenacht. Gundula Schulze Eldowy“, die 2024 im Bröhan-Museum zu sehen war. Genauso wie Gundula Schulze Eldowy kommt Will McBride als junger Mensch nach Berlin. Beide sind fasziniert vom Leben in dieser Stadt – Gundula Schulze Eldowy vom Ost-Berliner Milieu der 1970er Jahre in Mitte und Will McBride vom noch nicht von der Mauer getrennten, aber doch sich allmählich auseinander dividierenden Leben Berlins der 1950er Jahre.

Der Schlüssel der Träume. Surrealistische Meisterwerke der Collection Hersaint

In einer Weltpremiere zeigt die Fondation Beyeler erstmals eine repräsentative Auswahl surrealistischer Meisterwerke der Collection Hersaint. Die Ausstellung umfasst rund 50 Schlüsselwerke von Künstler-/innen wie Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Joan Miró, Pablo Picasso, Man Ray, Dorothea Tanning, Toyen sowie Balthus, Jean Dubuffet, Wifredo Lam und vielen anderen. Sie greift zentrale Themen des Surrealismus auf, wie beispielsweise die Nacht, den Traum, das Unbewusste, die Verwandlung oder den Wald als Ort des Rätselhaften.

Maurice de Vlaminck – Rebell der Moderne

Maurice de Vlaminck (1876–1958) ist einer der bedeutendsten französischen Maler der Moderne und war Mitglied der Gruppe der so genannten „Fauves“ („Wilden“), die sich 1905 um Henri Matisse und André Derain zusammenschloss. Das Von der Heydt-Museum realisiert gemeinsam mit dem Museum Barberini in Potsdam die erste postume Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland seit fast 100 Jahren und rückt damit eine zentrale Figur der französischen Kunst des 20. Jahrhunderts wieder ins Licht der Öffentlichkeit.

Robert Lebeck. Hierzulande

Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zeigt Fotografien des großen Reportagefotografen – berührend, skurril und zutiefst menschlich; Lebeck: „Ich bin viel gereist in meinem Fotografenleben, doch um ein spannendes Foto zu machen, musste ich eigentlich nur vor die Haustür treten.“

Ruth Marten: All about Eve

Kunstmuseum Villa Zanders präsentiert Ruth Marten (*1949, lebt und arbeitet in New York City, NY/USA) mit ihrer neuesten Serie All About Eve, an der die US-amerikanische Künstlerin seit 2022 arbeitet: Ein komplexes Gefüge, das zwischen High und Low Art verschwimmt, Realitäts- und Gattungsgrenzen überschreitet.

Momente der Klarheit – Janus la Cour und das neue Bild der Natur

Das Museum der Westküste, Föhr, zeigt Janus la Cour (1837–1909), an der dänischen Westküste geboren, denn es gilt ihn wiederzuentdecken – vor allem in seiner Modernität. Bekannt als großer Einsiedler, hatte er bei seiner ersten Italienreise 1867 den Traum von einem perfekten Bild: ein leerer Strand, wild und öde. In den Schweizer Bergen, im warmen Italien, aber besonders bei seinen Wanderungen an den heimischen Stränden bei Aarhus suchte er seitdem karge, einsame Orte auf und verherrlichte sie in seiner fast meditativen Kunst.

Anne Winterer – Rheinland und Ruhrgebiet im Blick: Fotografie der 1920er und 1930er Jahre“

Zeitgleich mit ihrem hundert dreißigsten Geburtstag zeigt das LVR-Industriemuseum in der St. Antony-Hütte in Oberhausen erstmals Arbeiten der Fotografin Anne Winterer (1894–1938). Die Ausstellung führt mit über 60 Aufnahmen in vergangene Lebenswelten an Rhein und Ruhr und ermöglicht eine Wiederentdeckung der früh verstorbenen Fotografin mit ihrem besonderen Blick für Menschen und Orte.

Künstlerinnen zwischen Frankfurt und Paris um 1900

Die Ausstellung im Städel Museum Frankfurt zeigt Künstlerinnen, die sich mit großer Eigenständigkeit und Professionalität in einem durch männliche „Künstlergenies“ bestimmten Kulturbetrieb durchsetzten. Unter dem Blickwinkel der Netzwerke entsteht ein komplexes Bild der Ausbildungs- und Arbeitssituation von Künstlerinnen in der Moderne: vom Kampf der Wegbereiterinnen im Paris der 1880er-Jahre über die ersten Bildhauerinnen an der Kunstschule des Städel um 1900 bis hin zu einer jungen selbstbestimmten Generation von Künstlerinnen im Neuen Frankfurt der 1920er- und 1930er-Jahre.

Modigliani. Moderne Blicke

Moderne Blicke ist die erste Ausstellung in Deutschland von Amedeo Mogdigliani seit fünfzehn Jahren - zu sehen im Museum Barberini, Potsdam. Sie revidiert sein Image, indem sie ihn als Künstler zeigt, der seinen Blick auf die emanzipierte Frau richtet. Die Ausstellung versammelt 56 Porträts und Akte Modiglianis im Dialog mit 33 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen von Künstlerinnen und Künstlern wie Gustav Klimt, Jeanne Mammen, Pablo Picasso, Natalja Gontscharowa, Egon Schiele und Paula Modersohn-Becker.

Alice Springs. Retrospektive

Im letzten Jahr hätte June Newton alias Alice Springs ihren 100. Geburtstag gefeiert. Ihren runden Geburtstag nahm die Helmut Newton Foundation in Berlin zum Anlass, rund 200 Fotografien neu zusammenzutragen. Diese teilweise spektakulären Ergebnisse werden nun in den Opelvillen vorgestellt. Es wird zwar deutlich, dass Alice Springs wie ihr Ehemann Helmut Newton in drei Genres arbeitete: Porträt, Akt und Mode beziehungsweise Werbefotografie, aber mit unterschiedlicher Gewichtung.

Alberto Giacometti: Vis à Vis

Im Zentrum von Alberto Giacomettis (1901–1966) Werk steht der Mensch. Zeitlebens verfolgte der Künstler das Ziel, den lebendigen Ausdruck seines Gegenübers einzufangen und die menschliche Erscheinung in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Im Fokus standen Werke aus seinen beiden letzten Lebensjahrzehnten, als er bereits seinen reifen Stil entwickelt hatte. Die Ausstellung im Kunstmuseum Ravensburg lenkt den Blick auf die selten gezeigten Zeichnungen und Grafiken des Künstlers, die durch Skulpturen, Malereien und dokumentarische Aufnahmen ergänzt werden.

Tony Cragg. Please touch!

Eine unangefochtene Regel im Museumsbetrieb lautet: „Bitte die Kunstwerke nicht berühren!“. Aus konservatorischen Gründen ist es tabu, ausgestellte Objekte mit bloßen Händen anzufassen. Nicht so in dieser Ausstellung: Es war die erste umfangreiche Präsentation in einem Museum, die die Besuchenden explizit dazu einlädt, sämtliche Skulpturen zu ertasten. Linien dürfen mit den Händen nachgezeichnet und Konturen erspürt werden.

Jules Chéret. Plakatkunst der Belle Époque

Jules Chéret - Paris Ende des 19. Jahrhunderts: Die Stadt zieht Künstler und Intellektuelle an, die Wirtschaft boomt, das Nachtleben ist legendär. Das Straßenbild prägen bunte Reklamedrucke, mitunter überlebensgroß, die moderne Konsumgüter und Freizeitvergnügen ankündigen. Eine neue Kunstform ist geboren – das Plakat –, als dessen „Vater“ und „König“ Jules Chéret (1836 in Paris – 1932 in Nizza) gilt