Liebes Ding – Object Love

Die Ausstellung hinterfragt das innige Verhältnis zwischen Mensch und Dingen. Warum streben wir nach Dingen? Wie gehen wir mit Dingen um? Was bedeuten Sie für uns? Und was sind die Konsequenzen unserer Liebe zu den Dingen?

Mit der Entwicklung neuer Technologien und dem Aufstieg der Konsumgesellschaft explodiert die Anzahl der Dinge. Jeder von uns besitzt im Durchschnitt 10.000 Dinge! Dinge sind überall. Sie dienen uns als Werkzeuge. Sie fungieren als Erweiterungen unseres Körpers. Wir binden uns sowohl physisch als auch emotional eng an Dinge. Wir berühren sie, sie unterstützen und schmeicheln uns, wir schätzen und verehren, lieben und hassen sie.

Wir leben in einer vom Menschen gemachten Welt. Aber mit diesem Streben nach immer mehr beuten wir die Erde aus, benötigen immer mehr Resourcen und produzieren Berge und schwimmende Inseln von Abfall. Was wir konsumieren, ist zu einem bestimmenden Aspekt des modernen Lebens geworden. Wir geraten in neue Abhängigkeiten und definieren uns vorrangig über unseren Besitz, welches Frank Trentmann seiner faszinierenden Geschichte des Konsums den Titel „Herrschaft der Dinge (2017) gab.

Die Dinge sind komplex geworden, unzählig und endlich diversifiziert. Anfangs haben wir sie hergestellt, um zu überleben und aus unserem Leben ein besseres zu machen. Mittlerweile sind auch die Dinge smart, sie drohen uns früher oder später mit ihrer künstlichen Intelligenz zu überflügeln. Die Beziehung von Mensch und Ding wandeln sich.

Die beteiligten Künstler*innen setzen sich aus ihrer Perspektive mit diesen aktuellen und brisanten Entwicklungen auseinander. In Fotografien und Videos, Gemälden, Skulpturen und Installationen zeigen sie die Verstrickungen von Menschen und Dingen, lassen Menschen ebenso zu Wort kommen wie die Dinge selbst, die ihre Geschichten erzählen. Mit einem mehr oder weniger kritischen Unterton transformieren sie Objekte und fügen sie zu Assemblagen und Installationen.

Besucher sind eingeladen, ihr Lieblingsding mit ins Museum zu bringen, kurz dessen Geschichte aufzuschreiben und es in der Ausstellung zu präsentieren.

26.01.-26.04.2020, Eröffnung 26.01.2020, 12.00 Uhr
Museum Morsbroich Leverkusen, museum-morsbroich.de

Bild: Melanie Bonajo, Furniture Bondage (Hanna), 2007, Courtesy die Künstlerin und Galerie Akinci (Foto: Melanie Bonajo)
Bilder unten: Karin Neddermeyer