Paris mit den Augen einer Frau

Die Frankfurter Fotografin Ursula Seitz-Gray wird in der Ausstellung ‚Ursula Seitz-Gray – PARIS‘ im Museum Goch zum ersten Mal mit einer Werkgruppe von Fotografien gewürdigt, die in den 50er bis Anfang der 60er Jahre in Paris entstanden.

Mit ihrem Bild von der Metropole an der Seine ist Ursula Seitz-Gray ganz und gar ein Kind ihrer Zeit. Als junge Studentin der Fotografie durchstreift sie die prachtvollen Avenues ebenso wie die schmalen Gassen des Quartier Latin. Sie hat einen Blick für Menschen, die Händler, die Bouquinisten, ebenso wie für den Flaneur, der wie sie selbst, die einzigartige Atmosphäre dieser Stadt sucht.

Es sind sehr liebevolle Einstellungen, mit denen die junge Fotografin und noch Studentin den Mythos dieser Stadt einfängt. In den nahezu 70 zusammen getragenen Originalabzügen, welche in der Ausstellung zu sehen sind, wird aber auch deutlich, wie sehr Ursula Seitz-Gray die Strukturen der Stadt sucht und entdeckt und mit einem sicheren kompositorischen Auge sichtbar macht.

Petra Kammann, Frankfurter Journalistin und Herausgeberin von FeuilletonFrankfurt feuilletonfrankfurt.de, bereichert und begleitet mit ihrem kenntnisreichen Blick auf die französische Metropole die fotografischen Werke, ordnet sie ein und überträgt das Visuelle in einen ebenso atmosphärischen Essay über Paris, die Fotografie und die Foto-Künstlerin.

Der Katalog Ursula Seitz-Gray – PARIS mit dem Essay von Petra Kammann wurde vom Museum Goch herausgegeben und ist dort erhältlich.

Ursula Seitz-Gray kam 1950, nach der Flucht der Familie aus der polnischen Stadt Bydgoszcz (Bromberg) über weitere Stationen in Thüringen und ihrem Abitur in Bamberg nach Frankfurt am Main. Dort erhielt sie ihre Ausbildung zur Fotografin, anschließend studierte sie an der Fachschule für Fotografie in Köln. Ursula Seitz-Gray arbeitete bis zu ihrem Tod 2017 als freie Fotografin in Frankfurt am Main.

Ausstellung bis 19.04.2020, Museum Goch, museum-goch.de

(Fotos: Ursula Seitz-Gray)