Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt

Als am 17. Juli 1945 um 17.08 Uhr die erste Sitzung der Konferenz im Schloss Cecilienhof, dem letzten Schlossbau der Hohenzollern in Potsdam, eröffnet wurde, schaute die Welt gebannt auf die preußische Residenzstadt vor den Toren Berlins. Die Staats- und Regierungschefs der drei Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges, USA, Großbritannien und Sowjetunion, trafen sich am Runden Tisch in der zentralen Halle des Schlosses, wo die „Großen Drei“, Harry S. Truman (1884-1972), Winston Churchill (1874-1965), später Clement Attlee (1883-1967) und Josef Stalin (1878-1953) über die Zukunft Deutschlands sowie über eine politische und territoriale Neuordnung Europas und der Welt berieten.

Im Rückblick markierten die zwischen dem 17. Juli und 2. August 1945 geführten Verhandlungen den Bruch zwischen den Verbündeten. Aus Partnern im Kampf gegen Hitler und das nationalsozialistische Deutschland wurden Gegner mit unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Der Kalte Krieg und die Teilung der Welt in zwei feindliche Blöcke zeichneten sich bereits im Sommer 1945 ab. Während in Europa der Zweite Weltkrieg vorüber war, gingen die Kämpfe in Asien und dem Pazifikraum unvermindert weiter und gipfelten im Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Mit der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg, doch es folgte der „Kalte Krieg“, das atomare Wettrüsten der Großmächte in Ost und West.

Ein Kern der Ausstellung ist die Rolle des Schlosses Cecilienhof als Schauplatz der Konferenz. Die wechselvolle Geschichte des 1917 vollendeten letzten Schlossbaus der Hohenzollern gipfelte in der Funktion der ehemaligen kronprinzlichen Residenz als Austragungsort der Verhandlungen mit bis heute sichtbaren Spuren. So wurden anlässlich der Konferenz die Haupträume neu möbliert und der Rote Stern im Ehrenhof des Schlosses angelegt. Die damalige Situation konnte dank Aufnahmen aus dem Film- und Fotoarchiv in Krasnogorsk rekonstruiert werden. (Auch die von 1961 bis 1989 unweit des Gebäudes gelegenen Grenzanlagen sind eine indirekte Folge der Verhandlungen von 1945 und damit Teil der Geschichte des Schlosses.)

Aussagekräftige Exponate in Verbindung mit multimedialen Elementen sollen eine lebendige und anschauliche Atmosphäre vermitteln und die Besucherinnen und Besucher auf eine Zeitreise ins Jahr 1945 mitnehmen. Neben den historischen Schlossräumen mit der Konferenzhalle und den Arbeitszimmern der drei Delegationsleiter wird erstmals auch die berühmte Gartenterrasse als Ort der Presseaufnahmen der „Großen Drei“ in den Korbsesseln in den Ausstellungsbereich mit einbezogen. Da ein Großteil der Sonderausstellung im früheren Küchenbereich des ehemaligen Hotels stattfinden wird, waren zahlreiche Um- und Einbauten, Durchbrüche und auch die technische Erschließung dieses Bereichs nötig.

Mithilfe von Leihgaben internationaler Partner (z. B. Hiroshima Peace Memorial Museum, Japan; National Trust – Chartwell, Großbritannien) und vieler privater Leihgaben möchte die SPSG ein anschauliches und vielschichtiges Bild des Konferenzablaufs, der Beschlüsse, aber auch der Folgen präsentieren. In der Vermittlung geht die SPSG neue Wege: So wird mit der Eröffnung der Sonderausstellung ein Multimediaguide im Schloss Cecilienhof eingeführt, der eine individuelle Besichtigung durch audiovisuelle Angebote und Augmented Reality unterstützt.

Ausstellung bis 31.10.2020 Schloss Cecilienhof Potsdam,
potsdam-konferenz.de

Bilder:
Oben: Eröffnungssitzung der Potsdamer Konferenz am 17.02.1945 (Foto: United States Army Signal Corps. © Harry S. Truman Library & Museum)
Unten: Tagebuch (Foto: Matthias Simmich)