Weltmacht Liebe. Eine Reise durch die Jahrhunderte

Liebe ist allgegenwärtig: Sie prägt das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Als Selbstliebe ist sie Ich-bezogen, als spirituelle Liebe zu Gott scheint sie der Welt entrückt. Liebe bedeutet darüber hinaus die Hingabe an andere, seien es die Liebespartner/innen oder sei es die Liebe zu den Nächsten.

Kein anderes Gefühl hat tiefere Spuren in der Kunst- und Kulturgeschichte, spürt dieser Emotion in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek nach und entfaltet ein Panorama der Liebe: vom unerreichbaren Liebesideal bis zur verbotenen Liebe, vom Liebeswahn bis zur Liebe über den Tod hinaus.

In vielfältigen Objekten wird die Liebe auch als künstlerische Inspirationsquelle sichtbar. So etwa in antiken Schöpfungsmythen oder im mittelalterlichen Minnesang, in der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert, oder in der Literatur von Johann Wolfgang Goethe, Arthur Schnitzler und Ingeborg Bachmann. Berühmte Liebesgeschichten, Liebesbriefe und Liebeslieder aus 2000 Jahren zeigen die Kontinuität und Wandlungsfähigkeit von menschlichen Emotionen und die vielen Spielarten der Weltmacht Liebe auch jenseits von Konventionen und traditionellen Geschlechterrollen.

An verschiedenen Hörstationen kann man zahlreiche Vertonungen anhören, darunter Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“, Minnelieder, Franz Schuberts „Winterreise“ oder Richard Wagners „Tristan und Isolde“, sowie Gedichte berühmter Dichter/innen und Autor/innen wie Walther von der Vogelweide, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Joseph Eichendorff, Christian Morgenstern, Else Lasker-Schüler, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Mascha Kaleko. Sie werden von Burgschauspieler Markus Meyer gelesen und vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Bandbreite der Liebesäußerungen.

Ausstellung bis 01.11.2026,
Österreichische Nationalbibliothek, Wien,
http://www.ob.ac.at

Bilder:
Oben: Ausschnitt Plakat zur Ausstellung
Unten: li: Fritz von Herzmanovsky-Orlando, o.T. Zeichnung Wien, undatiert,
re: Friederike Mayröcker, „an die Kandare genommen“
Kugelschreiber, Filzstift auf Papier Wien, undatiert,