
Großes Tonhallen-Jubiläum: Vor 100 Jahren – am 8. Mai 1926 – wurde die heutige Tonhalle als Planetarium eröffnet.

Das prunkvolle Düsseldorfer Bauwerk hatte einen Kuppel-Durchmesser von 29,8 Metern und ist damit das größte Planetarium, das jemals in Europa existiert hat.
Gustav Mahlers erste Symphonie und Béla Bartóks Ballettmusik ‚Der wunderbare Mandarin‘ – genau vor 100 Jahren in Köln uraufgeführt und direkt nach der Premiere wieder abgesetzt. Die drastische Handlung rund um Prostitution, Gewalt und Mord hatte das Publikum so empört und schockiert, dass der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer weitere Aufführungen verbot.
Vor 100 Jahren feierte auch ein cineastischer Meilenstein seine Uraufführung: Genau sechs Tage vor der Eröffnung des Planetariums in Düsseldorf wurde am 2. Mai 1926 in Berlin der erste abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte gezeigt. Der märchenhafte Scherenschnittfilm ‚Die Abenteuer des Prinzen Achmed‘ von Lotte Reiniger war eine Sensation, die erst 26-jährige Regisseurin wurde im pulsierenden Kulturleben der Weimarer Republik über Nacht zum Star.

Grundlage des Films aus der Welt von Tausendundeiner Nacht waren fein ausgeschnittene Figuren, die Lotte Reiniger mit ihrem Team Bild für Bild vor der Kamera bewegte – 250.000 Bilder wurden aufgenommen, 100.000 für den Film verwendet. Der Filmkomponist Wolfgang Zeller schrieb hierzu eine bezaubernde Musik, die das Düsseldorfer notabu.ensemble unter der Leitung von Anton Brezinka in der Tonhalle live zum Film spielte. Die Tonhalle präsentierte den Stummfilm mit Musik.
Im Star Talk war der Planetarium-Historiker Andreas Scholl zu Gast. Im Gespräch mit Dramaturg Uwe Sommer-Sorgente wurden interessante Fakten und Geschichten über das Gebäude der Tonhalle erzählt.

Am Jubiläumswochenende stand noch eine weitere persönliche Rückschau auf dem Programm: Dirigent Adam Fischer gab im Gespräch mit Intendant Michael Becker Einblick in sein mittlerweile über 50-jähriges Berufsleben, seine Erfahrungen mit Orchestern und seine internationale Konzerttätigkeit.
Außerdem baute das Team der Tonhalle ein „Kuriositätenkabinett“ auf: Schätze, Skurriles und Vergessenes aus den Büros, Lagern, Kellern und Archiven der Tonhalle suchen zum Jubiläum ein neues Zuhause – darunter Bücher, Bildbände, CDs, Schallplatten und mehr.

Während der Veranstaltungen des Jubiläumswochenendes war im Foyer eine Ausstellung mit historischen und aktuellen Fotos aus 100 Jahren Tonhallen-Geschichte zu sehen. Zahlreiche Gäste waren dem Aufruf der Tonhalle gefolgt, besondere Tonhallen-Erinnerungen zu teilen und schickten Fotos, die die gesamte Zeitspanne zwischen 1926 und 2026 abdeckten.
Die schönsten Fundstücke, ergänzt um besondere Schätze aus dem Düsseldorfer Stadtarchiv, wurden fünf Tage lang in der Fotoausstellung „Wir sind 100“ im Foyer der Tonhalle gezeigt.
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