
Wut ist überall: in Kommentarspalten, auf Straßen, in Talkshows. Sie durchzieht das gesellschaftliche Klima als spürbare Spannung – bedrohlich, befreiend, unvermeidlich. Entgegen ihrem schlechten Ruf ist Wut nicht nur destruktiv: Sie lässt uns spüren, wo es weh tut, gibt Sprache, wo Schweigen herrscht, und verwandelt Ohnmacht in Energie – als Gefühl, das nicht zerstört, sondern in Bewegung setzt. Auch in der Literatur zeigt sich Wut als Ausdruck von Erfahrung, Verletzung und Widerstand.
Doch nicht jede Wut wird gehört. Manche wird als „hysterisch“ oder „radikal“ abgewertet, andere gilt als legitime Empörung oder „Durchsetzungsstärke“. Die Frage, wer wütend sein darf, ist eine Frage von Macht und Anerkennung.
Die Wuppertaler Literatur Biennale wird seit 2012 vom Kulturbüro der Stadt Wuppertal in Kooperation mit regionalen Akteur*innen veranstaltet. Sie vereint etablierte literarische Perspektiven und herausragende Debüts mit einer starken regionalen Verankerung und hat sich als eines der bedeutendsten Literaturfestivals in Nordrhein-Westfalen etabliert. Jedes Festival widmet sich einem aktuellen gesellschaftlichen Thema – bisher „Freiheit“ (2012), „unterwegs nach Europa“ (2014), „Utopie Heimat“ (2016), #SchönLügen (2018), „Berührungen. Tier – Mensch – Maschine“ (2020), „Zuschreibungen. Geschichten von Identität“ (2022) und „Vom Verschwinden“ (2024).
Ermöglicht wird die Vergabe des Preises durch die Kunststiftung NRW, die den Preis und das gesamte Festival neben dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW bereits seit der ersten Ausgabe als Hauptförderer begleitet.
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