Labouring Bodies

Die Ausstellung im Museum Tinguely untersucht aus feministischer Perspektive die vielschichtigen Beziehungen zwischen Körper und Technologie. Sie beleuchtet, wie insbesondere weibliche Körper seit der Moderne durch Maschinen geprägt und kontrolliert wurden.

Im Zentrum stehen arbeitende, sorgende und gebärende Körper, die bis heute unsichtbar bleiben und in der Geschichte systematisch ignoriert wurden. Dabei richtet sich der Fokus auf die enge Verflechtung von Arbeit (Produktion) und biologischer Fortpflanzung (Reproduktion) – eine Verbindung, die der Ausstellungstitel mit der doppelten Bedeutung von «labouring» als Lohnarbeit und Gebären aufgreift.

Kunst vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus einem neuen Blickwinkel gibt es zu entdecken und vor allem die zentrale gesellschaftliche Frage zu Körper, Arbeit und Fürsorge zu reflektieren:

Welchen Einfluss hat die Mechanisierung auf unser Leben und unsere Arbeitswelt?
Welche Formen von Arbeit werden entlohnt – und welche bleiben unsichtbar?
Und wie gerecht ist die Verteilung jener Arbeit, die unsere Gesellschaft trägt?

Zahlreiche Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen begleiten die Gruppenausstellung und laden dazu ein, die Thematik neu zu denken, zu diskutieren und Optionen für Veränderungen auszuloten.

Mit Labouring Bodies positioniert sich das Museum Tinguely als Ort, an dem die Auseinandersetzung mit Maschine und Bewegung um eine gesellschaftspolitische Dimension erweitert wird. Die Ausstellung versteht Mechanisierung nicht als abgeschlossenen historischen Prozess, sondern als fortdauernde Dynamik, die Körper formt, hierarchisiert und zugleich Räume für künstlerischen Widerstand eröffnet. Indem sie Werke vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart miteinander in Dialog bringt, bietet Labouring Bodies neue Perspektiven auf die Geschichte der Moderne an – und stellt zentrale Fragen an unsere Gegenwart.

Künstler/innen: Berenice Abbott, Monira Al Qadiri, Rosa Barba, Clara Bausch, Alexandra Bircken, Thomas Brinkmann, Daniela Brugger, Ursula Burghardt, Feliza Bursztyn, CATPC, Mbuku Kimpala, Helen Chadwick, Sella Hasse, John Heartfield, Pati Hill, Rebecca Horn, Juliana Huxta ble, Doruntina Kastrati, Mary Kelly, Aurora Király, Kiki Kogelnik, Azade Köker, Suzanne Lacy, Magda Langenstraß – Uhlig, Alice Lex – Nerlinger, Elisabeth Niggemeyer, Ani Liu, Lee Lozano, Alexandra Navratil, Katja Novitskova, Ernestyna Orlowska, Frida Orupabo, Heiner Ranke, Margaret Raspé, Tabita Rezaire, Evelyn Richter, Niki de Saint Phalle, Marilou Schultz, Jean Tinguely, Ruth Wolf – Rehfeldt, Doris Ziegler.

Ausstellung bis 08.11.2026, Museum Tinguely, Basel
http://www.tinguely.ch

Bilder:
Oben: Berenice Abbott: IBM Laboratory, Entstehungszeit: ca. 1958 (Getty Images)
Mitte li: Rebecca Horn, Erika, 2026 ProLitteris, Zürich (Museum Tinguely, Daniel Spehr)
Unten re: Katja Novitskova, Mamaroo (pills), Entstehungszeit: 2017, Courtesy the artist and Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin/Munich (Foto: Anu Vahtra)