TICHA. Retrospektive

Anlässlich des 85. Geburtstags im vergangenen Jahr wird Hans Tichas malerisches Werk in deutsch-deutscher Perspektive im Neuen Museum Nürnberg vorgestellt. Die Ausstellung präsentiert seine künstlerische Vielschichtigkeit: von seinen einflussreichen Kinderbuchillustrationen, die Teil des kulturellen Gedächtnisses der ehemaligen DDR sind, bis zu seinen politisch scharfsinnigen Gemälden, die ein bewegtes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte reflektieren.

Skandal! Hermione von Preuschen und der „Mors Imperator“

Ein spektakuläres Gemälde sorgte 1887 in Berlin für eine Sensation: „Mors Imperator“ (übersetzt: „Der Tod ist der Herrscher“), gemalt von der Künstlerin Hermione von Preusschen (1854–1918). Das Werk galt als Majestätsbeleidigung: Kaiser Wilhelm I. war zum Zeitpunkt seiner Entstehung bereits 90 Jahre alt und sollte im Folgejahr sterben. Obwohl der Kaiser mitteilen ließ, er habe nichts gegen das Bild einzuwenden, wurde es von der Jury der Königlichen Akademie der Künste zurückgewiesen. Daraufhin stellte die Malerin das monumentale Gemälde in eigener Regie in Berlin aus. Die Schau wurde ein enormer Publikumserfolg. Die Alte Nationalgalerie zeigt dieses lange als verschollen geglaubte Gemälde nun erstmals wieder öffentlich.

Gasometer Oberhausen „Mythos Wald“

Emotional, überraschend, mitreißend und dabei stets wissenschaftlich fundiert: das Gasometer Oberhausen zeigt die atemberaubende Schönheit der Wälder. In unterschiedlichen Kapiteln präsentiert „Mythos Wald“ die Diversität der Waldgebiete, deren Ökosysteme so unterschiedlich sind, wie die Klimazonen in denen sie vorkommen. Um den Äquator liegen die tropischen Regenwälder mit ihrer verschwenderischen Fülle, die mächtigsten Baumriesen wachsen tausende Kilometer weiter nördlich in Kalifornien und in den Transsilvanischen Alpen findet sich Europas letzter Urwald. Facettenreich ist der oft in Märchen und Sagen vorkommende Deutsche Wald mit seinen Eichen, Buchen, Fichten oder Kiefern und gilt dabei auch als Sehnsuchtsort.

Monets Küste – Die Entdeckung von Étretat

Der Küstenort Étretat wird zum Mythos – und fasziniert bis heute. Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler in ihren Bann. Das Städel Museum präsentiert eine große Ausstellung über die künstlerische Entdeckung des einstigen Fischerdorfes und seinen Einfluss auf die Malerei der Moderne.

Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

Die Ausstellung des Von der Heydt-Museums feiert die Wiederentdeckung eines der herausragenden Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstand, verdankt seinen Rang der Auseinandersetzung mit Architektur und Industrie. Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.

Angelica Mesiti. Reverb

In einer Zeit, die von digitaler Kommunikation geprägt ist, richtet die Ausstellung den Blick auf alternative Formen menschlicher Verständigung. Im Museum Tinguely werden fünf teils raumgreifende Videoarbeiten der australischen Künstlerin Angelica Mesiti (*1976) präsentiert.

Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland 

Max Liebermann war der Wegbereiter der ersten künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Mit seinem frühen und richtungs- weisenden Blick nach Frankreich leitete er eine Erneuerung der Malerei ein, die den deutschen Impressionismus nachhaltig prägt. Anhand von über 110 Werken aus mehr als 60 internationalen Sammlungen zeigt das Museum Barberini, Potsdam, eindrucksvoll die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland in seiner ganzen Bandbreite.

Civilization – Unser Leben im Fokus

Heute leben mehr Menschen auf der Erde als je zuvor. Diese Ausstellung zeigt in eindrücklichen Fotografien die Vielfalt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede heutiger Gesellschaften. Über 100 Fotografen und Fotografinnen rückten im Museum für Gestaltung Zürich zentrale Ereignisse, Erfindungen und Erfahrungen unserer Zivilisation ins Bild – und zeigen, was die Menschen miteinander verbindet: Fortschritte und Freiheiten, Konventionen und Krisen.

„Amazônia. Indigene Welten“

Die Ausstellung „Amazônia. Indigene Welten“ gibt bis zum 9. August 2026 in der Bonner Bundeskunsthalle den indigenen Völkern des Amazonasgebiets eine Stimme. Sie bietet einen neuen Blick auf diese Region, die oft auf das Klischee einer exotischen, von der heutigen Welt abgekoppelten Gesellschaft reduziert wird. Dabei ist Amazonien ein lebendiges Ganzes aus dichten Netzwerken und interkulturellem Austausch zwischen Hunderten von indigenen Völkern.

Hella Jongerius: Whispering Things

Das Vitra Design Museum präsentiert die niederländische Designerin Hella Jongerius. Ihre Arbeiten reichen von Textilien, Möbeln und Keramik bis hin zu Raumgestaltung. Aber auch ihr künstlerisches Werk wird weltweit ausgestellt. Das umfangreiche Archiv ihres bisherigen Schaffens übergibt sie nun dem Vitra Design Museum, das gemeinsam mit der Designerin die erste Retrospektive ihres Werks erarbeiten wird.

Rebecca Horn. Emotion in Motion

Der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal zeigt eine umfassende Einzelausstellung der 2024 verstorbenen Künstlerin Rebecca Horn (1944–2024). Die retrospektiv angelegte Schau vereint großformatige Installationen und kinetische Kunstwerke aus vier Jahrzehnten und zeigt in allen Ausstellungshallen sowie in der Villa Waldfrieden das vielseitige, medienübergreifende Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern. Die Ausstellung im Lenbachhaus in München rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten.

Caricatura Salon #5 – Stricheln und Sticheln – Satire in der Krise der Demokratie

Unsere demokratische Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen: Wie sichern wir unsere stabile Grundordnung und ein geregeltes Miteinander, das auf humanistischen Grundwerten basiert? Wie umgehen mit Rechtspopulismus und Extremismus? Das Caricatura Museum Frankfurt ist diesen Fragen zum gegenwärtigen Zustand unserer Demokratie nachgegangen und präsentiert Cartoons, Karikaturen, Texte und satirische Gedichte namhafter zeitgenössischer Vertreter/innen der Komischen Kunst. … Weiterlesen Caricatura Salon #5 – Stricheln und Sticheln – Satire in der Krise der Demokratie →

Zeichenräume

Das Museum Barberini präsentiert eine Ausstellung, die die Verbindungslinien zwischen Strömungen geometrisch-abstrakter Kunst wie Konstruktivismus, De Stijl oder Optical Art deutlich und nimmt Wassily Kandinsky als Zentralfigur der Abstraktion in den Fokus nimmt.

Industrie-Insekten

Die LWL-Museen für Industriekultur bieten einen idealen Rahmen, um sich mit dem Insektensterben und der Biodiversität auseinanderzusetzen. Durch ihre kulturelle Arbeit erhalten sie ehemalige Industrieflächen und machen sie für neue Zwecke zugänglich. Museen, Gastronomie und Freizeitangebote ersetzen die Schwerindustrie und füllen die Industriebrachen mit Leben. Verschiedene Veranstaltungen beleben die Räume und vermitteln auf vielfältige Weise das Wissen über die Geschichte der Industrie.

Wolle. Seide. Widerstand.

Mit dieser Ausstellung widmet sich das Museum Angewandte Kunst nach 45 Jahren erstmals wieder ausschließlich dem Thema Teppich – in einer Zeit, in der sich das große Interesse an handgefertigten Textilien aller Art im Übrigen in einer auffallenden Anzahl an internationalen Ausstellungen widerspiegelt. Mit einem Teppich können sich vielschichtige Formen des Widerstands verbinden. Die Ausstellung präsentiert Teppiche internationaler, zeitgenössischer Künstler/innen, die sich mit Themen des politischen Widerstands, individueller und kollektiver Resilienz sowie Resistenz befassen.

Günther Uecker – Die Verletzlichkeit der Welt

Die Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist die erste nach dem Tod des Künstlers und ZERO Mitglied Günther Uecker (*1930 Wendorf †2025 Düsseldorf) und dabei die letzte, an der er noch selbst mitgewirkt hat. Sie würdigt den international bekannten Künstler, der mit seinen ikonischen Nagelbildern und -reliefs Kunstgeschichte schrieb und als prägende Persönlichkeit der Künstlergruppe ZERO die Kunst der Nachkriegszeit revolutionierte.

Schloß Moyland: IN THE PICTURE

Diese Ausstellung fügt sich in den thematischen Schwerpunkt „Fotografie“ ein, den das Museum Schloss Moyland in den letzten Jahren bereits mit den Ausstellungen Female View (2022), Elina Brotherus (2023) und Alice Springs (2024) gesetzt hat. Das Museum zeigt mit In the Picture erstmals seit 30 Jahren eine vollständige Ausstellung mit Fotografien aus der eigenen Sammlung.

Cézanne – Sehen, was zu sehen ist

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte widmet die Fondation Beyeler eine Einzelausstellung Paul Cézanne (1839–1906) – einem Pionier der modernen Kunst und zentralen Künstler ihrer Sammlung. Mit rund 80 Werken konzentriert sich die Ausstellung auf die letzte und bedeutendste Phase im Schaffen des französischen Malers und zeigt Cézanne in Hochform: Zu sehen sind geheimnisvolle Porträts, paradiesische Badende, Sehnsuchtslandschaften aus der Provence und sein Lieblingsberg, die Montagne Sainte-Victoire, die der Künstler in immer neuen Ansichten darstellte.

REMIX

Kann man Fotografie heute noch glauben? Und welche Aufgabe kann sie übernehmen in Zeiten von KI und Deepfakes? Ab Frühjahr 2026 erweitert die Kunsthalle Bremen ihre Sammlungsausstellung „Remix“ um vier Räume und zeigt dort eine Auswahl historischer und zeitgenössischer Fotografie.

Dieter Rams: Retrospektive

Das Deutsche Design Museum Berlin zeigte eine Ausstellung zu einem der einflussreichsten Gestalter des 20. und 21. Jahrhundert. Die Schau präsentierte einen Überblick über die wichtigsten Entwürfe des legendären Produktdesigners, dessen klare Formensprache und konsequente Reduktion bis heute Maßstäbe für gutes Design setzten. Bis heute steht der 93-jährige Meister der Nachkriegsreduktion für die Aufbruchstimmung der jungen Bundesrepublik ab den Sechzigerjahren.

75 Jahre Museum Morsbroich

Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs in Schloß Morsbroich in Leverkusen können vom 22.01.-08.02.2026 Besucher/innen ein besonderes Erlebnis in den Schlossräumen beiwohnen, und zwar den Aufbau der Ausstellung 'Chained to the Rhythm - von Mensch und Natur'. Diese wird am 01.03.2026 feierlich eröffnet.