Die Werke von Niki de Saint Phalle (1930–2002) kreisen um den Traum als radikalen Akt gesellschaftlicher Veränderung. Die Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf beleuchtet über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten hinweg den Kampf gegen Strukturen, die Frauen das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere über den eigenen Körper, verwehren.

Die frühen 1960er-Jahre boten wenig Raum für Unabhängigkeit. Umso entschlossener formte Niki de Saint Phalle inmitten einer männlich dominierten Kunstszene eine Welt, die aus ihrem Inneren erwuchs: In Träumen, magischen Wesen und raumgreifenden Nana-Figuren verhandelt die Künstlerin sehr reale Vorstellungen gesellschaftlicher Veränderung. Vehement und radikal, frei und kompromisslos ebnet sie neuen Rollenbildern den Weg und findet in ihnen ein Korrektiv zu den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit.

Mit mehr als 100 Werken präsentiert der Kunstpalast in zwölf thematischen Räumen die ganze Bandbreite von Niki de Saint Phalles Schaffen, das Malerei, Assemblage, Performance, Skulptur, Architektur, Film, Grafik, Design und Kunst im öffentlichen Raum umfasst.
Die Ausstellung betrachtet ihr Werk auch im Verhältnis zu ihrem künstlerischen Umfeld: Zum einen präsentiert sie Kollaborationen, unter anderem mit Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Jean Tinguely und dem Theaterregisseur Rainer von Diez.

Zum anderen treten ihre Werke im Rundgang in Dialog mit zahlreichen Arbeiten ihrer Zeitgenossinnen wie Eva Aeppli, Dorothy Iannone, Yayoi Kusama oder Alina Szapocznikow und verorten ihr Schaffen im Kontext zentraler Positionen der feministischen Kunstgeschichte.
Aktion, Skulptur, Bühne und Film sowie Modelle begehbarer Architekturen machen Niki de Saint Phalles autobiografisches Worldbuilding, ihren Entwurf einer weiblich geprägten Welt, und ihre gemeinschaftliche Arbeitsweise sichtbar. Aus der gesellschaftlichen Sprengkraft ihrer Kunst und ihrer gleichzeitigen Sehnsucht nach Harmonie ist ein ambivalentes Werk entstanden, das die französisch-amerikanische Künstlerin schon zu Lebzeiten international erfolgreich machte und bis heute weiter an Aktualität gewinnt.
Niki de Saint Phalles Werke sollten nicht nur aus der Ferne betrachtet, sondern erlebt, entdeckt und gemeinsam erfahren werden. Teilhabe und die unmittelbare Begegnung mit ihrem Publikum waren zentrale Bestandteile ihrer künstlerischen Praxis. An diese Haltung knüpft der Kunstpalast mit einem vielfältigen Vermittlungsangebot an.

Zu sehen sind neben Werken von Niki de Saint Phalle
ausgesuchte Arbeiten von
Eva Aeppli,
Evelyne Axell,
Dorothy Iannone,
Jasper Johns,
Luise Kimme,
Yves Klein,
Yayoi Kusama,
Maria Pinińska-Bereś,
Robert Rauschenberg,
Martial Raysse,
Ulrike Rosenbach,
Daniel Spoerri,
Alina Szapocznikow,
Jean Tinguely,
Per Olof Ultvedt,
Jacques Villeglé.
Ausstellung bis 07.02.2027
Kunstpalast Düsseldorf
http://www.kunstpalast.de
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